Der Kontrabass war der Star des Abends

Der Kontrabass war der Star des Abends

Instrumental-Verein gastierte in der Immanuelskirche.

Mit drei Sinfonien gastierte der Instrumental-Verein Wuppertal wieder in der Immanuelskirche. Das Traditionsensemble brachte Dvorak, Mendelssohn Bartholdy sowie den russisch-amerikaniscen Komponisten Serge Koussevitzky in die Sternstraße und begeisterte das Publikum.

Der Abend setzte ein mit der Böhmischen Suite von Antonin Dvorak. Der Komponist hat in diesem Werk an die Form der traditionellen Suite angeknüpft und versetzte sie mit Anleihen an Volkstöne seiner Heimat.

Zum Star des Abends avancierten aber im Folgestück Paul König und sein Kontrabass. Auch sein Instrument und Spiel also natürlich, auch wenn dem jungen Musiker schon die Sympathien nur so entgegen flogen: Der erst 16jährige Musiker gilt als „Kind des Orchesters“; über den Instrumentalverein lernte er sinfonische Musik kennen, und die Immanuelskirche kennt er gut - deren Stammgästen mochte er seinerseits nicht unbekannt sein. Seit 2013 wirkt er regelmäßig im Verein mit, und im gleichen Jahr startete er auch in Köln sein Kontrabassstudium.

Heute also die Vorstellung als Solist mit Serge Koussevitzky. Der Komponist war auch Kontrabassist und hat die Partie selbst gespielt. Dramatisch setzte das Orchester ein und begann mit wenigen Tönen das Allegro des dreisätzigen Stücks. Königs mächtiges Instrument zog dann schnell die Aufmerksamkeit auf sich, als würde sich alles um seine Stimmführung gruppieren. Später variierte der Kontrabass die Anfangssequenz, bis die Streicher sie wieder aufgriffen. Ein Auftritt, der Instrument und Spieler schön und gebührend in Szene setzte.

Auf andere Weise passierte viel beim Titel nach der Pause, der 3. Sinfonie a-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy, die auch „schottische Sinfonie“ genannt wird. Enorm waren die Stimmungswechsel: Langsam und andächtig der Aufbau im einleitenden Andante, dessen „con moto“ sich im brausenden Verlauf schnell bestätigte. „Nicht zu lebendig“ war die Anweisung für Satz 2, und entsprechend sanft klangen die sachten Paukentöne zum Schluss. Bis das finale „Allegro Vivacissimo“ seinem Namen alle Ehre machte: Höchst lebendig, das konnte man wohl sagen, erfüllten die Streicher die Kirche, nachdem zuvor die Hörner das Grundmotiv variiert hatten. Auch das „maestoso“ gönnte das Orchester unter Christof Hilger den Zuhörern noch, die am Ende des temperamentvollen Abends lange applaudierten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung