Theater: Der kleine Prinz verbindet Generationen

Theater : Der kleine Prinz verbindet Generationen

Darsteller zwischen zehn und achtzig Jahren treten im Theater am Engelsgarten auf.

Eine poetische Version des „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry stellte das Theater der Generationen im Theater am Engelsgarten vor. In weißen Blusen mit schwarzen Planeten darauf tanzten und drehten sich die 20 Darsteller zwischen zehn und 80 Jahren als Sonnensystem über die Bühne. Die Theaterpädagoginnen der Wuppertaler Bühnen, Sylvia Martin und Svea Schenkel, hatten mit ihrem Laien-Ensemble aus Jugendlichen und Senioren eine hübsche Inszenierung geschaffen.

Alexander Baci stellte einen
unbekümmerten Prinz dar

Besonders eindringlich gerieten die Szenen zwischen dem kleinen Prinz und dem Ich-Erzähler. Alexander Baci stellte die jugendlich-unbekümmerte Art des kleinen Prinzen und sein fragendes Staunen ob vieler menschlicher Verhaltensweisen überzeugend dar. Hande Ezgimen reparierte an einem Modell-Flugzeug herum und betrachtete ihren jungen Begleiter mit einer Mischung aus Verwunderung und Freude. Kostümbildnerin Sarah Prinz hatte die Pilotin mit Lederjacke und umfangreichem Werkzeug optisch anschaulich ausstaffiert.

Die Erlebnisse des kleinen Prinzen auf den anderen Planeten stellten die alle gleich gekleideten Ensemblemitglieder in kurzen Szenen dar. Für die Begegnungen auf der Erde schlüpften andere Ensemblemitglieder in die Rolle des kleinen Prinzen – versinnbildlicht durch einen orangefarbenen Schal, der jeweils weitergereicht wurde.

Eitel und arrogant gab sich Emilia Harendza als rote Rose, strich sich immer wieder verführerisch über ihre Blütenblätter. Mit großer Mühe versuchte der kleine Prinz (Philipp Budak), ihr alles Recht zu machen und all ihre Wünsche zu erfüllen. Wie Freundschaft funktioniert, versuchte der Fuchs (Petra Moll) dem kleinen Prinzen (Frieda Arvelase) zu erklären: Langsam müsse dieser sich ihm nähern, allmählich sein Vertrauen gewinnen. Schön spielten die beiden dieses vorsichtige Annähern, tauschten symbolisch ihre Schuhe aus.

Glatt und ein bisschen hinterhältig gab Barbara Sojka die Schlange, in einem eng anliegenden grün-braunen Kleid und mit Turban gekleidet. Zischelnd bot sie dem kleinen Prinz (Renate Müller-Wallraf) an, ihn durch einen giftigen Biss zurück auf seinen Heimatplaneten zu bringen.

Jan Kohl hatte dazu Musik geschrieben, die an vielen Stellen an Filmmusik erinnerte. Bei seinen Melodien spürte man direkt den Sonnenaufgang oder die innige Beziehung zwischen dem Fuchs und dem Prinzen. Nach eineinhalb Stunden erhielt das versiert spielende Ensemble begeisterten Beifall und dankte dem Leitungsteam mit Blumen.

Weitere Aufführungen der Inszenierung gibt es am Freitag, 22. März, und Samstag, 30. März, jeweils um 19.30 Uhr. Karten zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 6 Euro) verkauft die Kulturkarte, Telefon 563 76 66.

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