Wuppertal Der Handel achtet auf Abstand beim Geschäft

Wuppertal · Schilder bitten Kunden um Mitarbeit bei der Coronabekämpfung.

 Bei der Sparkasse weisen Schilder aufs richtige Verhalten hin.

Bei der Sparkasse weisen Schilder aufs richtige Verhalten hin.

Foto: Fischer, Andreas

Zu Hause bleiben, soziale Kontakte meiden, das ist die dringende Empfehlung zur Bekämpfung des Coronavirus. Doch für viele Mitarbeiter im Einzelhandel gibt es diese Option nicht. Geschäfte versuchen, ihre Kunden höflich zu neuen Verhaltensweisen zu animieren.

In der Sparkassen-Hauptstelle am Islandufer weisen zahlreiche Schilder auf die neuen Regeln hin: Ein Verbotsschild fürs Handeschütteln ist sehr plakativ und wird ergänzt mit der freundlich formulierten Aussage: „Wir verzichten heute auf das Händeschütteln!“ Ein weiteres Schild bittet um Abstand – und dankt für das Verständnis. Tatsächlich stehen die Menschen in der Schlange vor dem Kassenschalter mit viel Abstand voneinander.

Ihnen liege die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden am Herzen, betont Sparkassensprecher Florian Baumhove. Deshalb werden Kunden gebeten, so viele Bankgeschäfte wie möglich online oder telefonisch zu erledigen. Aber alle Filialen bleiben geöffnet, damit die Kunden sich breit verteilen.

Die Commerzbank hat dagegen viele Filialen geschlossen, darunter die am Neumarkt. „Wir sind zwar derzeit nicht persönlich für Sie erreichbar, Sie könne sich jedoch jederzeit telefonisch über die bekannten Telefonnummern an uns wenden“, erklärt ein Schild an der Tür. Auf der Homepage der Bank ist zu erfahren, dass meist nur eine große Filiale pro Stadt geöffnet ist, in Wuppertal die am Alten Markt.

Direkt daneben stehen die Marktstände, die meisten geöffnet, aber auch einige geschlossen. „Gestern war die Hölle los“, berichtet Meliha Yildirim an ihrem Obststand. Wie der Dienstag werden wird, weiß sie am Morgen noch nicht. Angst vor einer Ansteckung hat sie auch: „Ich arbeite mit Handschuhen“, sagt sie. Benutze auch oft ein Desinfektionsspray. „Und viel Obst essen!“, rät sie.

In den Apotheken am Wall ist viel zu tun, an der Europa-Apotheke stehen die Menschen bis auf die Straße, weil im Inneren auf Abstand geachtet wird. Und in der Burg-Apotheke trennen Plexiglasscheiben auf den Thekentischen Mitarbeiter und Kunden. Das ist eine Empfehlung, die die Apothekerkammer ihren Mitgliedern macht. Sie bietet auch Plakate an, die Kunden darauf hinweisen, nicht mit Symptomen in die Apotheke zu kommen, sondern telefonisch zu bestellen.

Spezielle Empfehlungen für den übrigen Handel scheint es nicht zu geben. „Wir geben nur weiter, was zum Beispiel das Robert-Koch-Institut sagt“, erklärt Carina Peretzke vom Handelsverband NRW. Sie weiß, dass viele Spender für Desinfektionsmittel aufgestellt wurden, einige Kassierer mit Handschuhen arbeiten. Ralf Engel, Geschäftsführer des Handelsverbands findet: „Jetzt ist auch jeder selbst gefordert, sich an die Regeln zu halten.“ Wer das nicht tut, sollte auch angesprochen werden.

Im Mobicenter der Stadtwerke sind die Absperrungen, die sonst die Warteschlange lenken, so aufgebaut, dass Kunden mehr Abstand zur Theke haben. „Das ist eine Armlänge“, erklärt WSW-Sprecher Holger Stephan. So könnten immer noch Unterschriften geleistet werden, aber der Abstand im Gespräch sei größer. Es kämen aber ohnehin nur noch wenige Menschen ins Mobicenter.