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Der Grüne Zoo soll den Besitzer wechseln

Der Grüne Zoo soll den Besitzer wechseln

Verwaltung schlägt die Übergabe an das GMW vor. Beim Energieverbrauch liegt das Sparpotenzial bei jährlich über 800.000 Euro.

Wuppertal. Die Gebäude und städtischen Grundstücke des Wuppertaler Zoos sollen zum Jahreswechsel 2016/2017 in das Sondervermögen des Gebäudemanagements (GMW) übergehen. So sieht es der Vorschlag der Verwaltung vor, über den der Rat der Stadt am 4. Juli abstimmen wird. Von einer Zustimmung im Rat ist auszugehen, denn die Übernahme der Gebäude durch das GMW ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich der Grüne Zoo Wuppertal wie geplant entwickeln kann.

Nach Einschätzung der Verwaltung gibt es hinsichtlich der Bausubstanz und des energetischen Zustands vieler Gebäude einen hohen Sanierungsbedarf. Betroffen sind zum Beispiel das Menschenaffenhaus, Gewächshäuser, das alte Affenhaus, das Gibbonhaus oder die Raubtierhäuser. „Mit dem Aquarium heizen wir halb Wuppertal“, sagt Zoodirektor Arne Lawrenz. 1,6 Millionen Euro gibt der Zoo jährlich für Strom und Gas sowie für Wasser- und Schmutzwassergebühren aus.

Die dem Zoo jährlich zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel würden nicht ausreichen, um die dringend notwendigen Modernisierungen und Reparaturen vorzunehmen — vom Bau neuer Gehege und Anlagen ganz zu schweigen. Das GMW hat bereits mit der energetischen Sanierung vieler Wuppertaler Schulen gezeigt, dass eine nachhaltige Verbesserung der Umweltbilanz möglich ist und sich gezielte Investitionen auszahlen können.

„Der Verwaltungsvorschlag ist für die weitere Entwicklung des Zoos ein Quantensprung und die Voraussetzung für die schrittweise Realisierung des Konzepts „Der grüne Zoo“, sagt Dezernent Matthias Nocke. Außerdem werde die nachhaltige energetische Sanierung des gesamten Bestandes die städtische Energiebilanz deutlich verbessern und damit ein Vorzeigeprojekt der Transformationsstadt Wuppertal sein. Das GMW prüft zum Beispiel, ob das Dach der Stadiontribüne mit Solaranlagen bestückt werden kann. Der erzeugte Strom würde vom Stadion direkt zum Zoo fließen.

Mehrkosten durch bauliche Maßnahmen würden durch Einsparungen bei den Energiekosten langfristig mehr als ausgeglichen. „Der jährliche Energieverbrauch des Zoos entspricht dem einer Kleinstadt“, sagt Hans-Uwe Flunkert, Leiter des GMW, der einen erheblichen Einsparungsbedarf sieht. Das GMW wurde 1999 gegründet.

Im Gegensatz zu anderem Eigentum der Stadt wurde der Zoo damals nicht an das Gebäudemanagement übergeben, da es Überlegungen gab, den Zoo als GmbH zu führen. Dass der gesamte Stromverbrauch im Zoo zurzeit über zwei Zähler gemessen wird, ist nur ein Beispiel dafür, dass längst nicht alle technischen Möglichkeiten und Einsparpotenziale genutzt werden. Das GMW schätzt, dass mehr als 800 000 Euro pro Jahr an Energiekosten eingespart werden könnten.