Der Frühling beginnt mit viel Müll

Der Frühling beginnt mit viel Müll

Anwohner ärgern sich über unschöne Hinterlassenschaften von Besuchern auf dem Spielplatz Ehrenhainstraße.

Vohwinkel. Traurige Routine auf dem Spielplatz Ehrenhainstraße: Nach dem ersten frühlingshaften Wochenende erinnerte der Bereich in dieser Woche an eine Müllhalde. Rücksichtslose Zeitgenossen hatten gerade in der angrenzenden Sitzecke gewütet. Leere Pizzakartons, Plastikgeschirr, Verpackungen und weiterer Unrat aller Art wurden achtlos in die Landschaft geworfen. Die Hinterlassenschaften der entsprechenden Zechgelage sorgen bei Anwohnern und Spaziergängern nach wie vor für Riesenärger. Sie können mittlerweile fast die Uhr nach dem Abfall stellen. Wenn die Tage wärmer und sonniger werden, sieht der Bereich rund um den Spielplatz in zuverlässiger Regelmäßigkeit aus wie ein Schlachtfeld. Besonders schlimm ist es nach den Wochenenden. Besserung ist nicht in Sicht.

Foto: Stefan Fries

„Es ist dort gleichbleibend furchtbar“, berichtet Achim Otto, der in der Nähe wohnt. „Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“, findet er. Otto ärgert sich schon lange über die Zustände und die Rücksichtslosigkeit der Müllverursacher. Dabei ist der Spielplatz sehr idyllisch im Grünen gelegen und im sauberen Zustand durchaus ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Hier wurde in den vergangenen Jahren kräftig investiert, weil in der Nähe viele Kinder und Jugendliche wohnen. Doch mit dem Müll wird der Bereich immer wieder zum Schandfleck.

Bei der Stadt ist der Zustand bekannt. „Die zuständigen Mitarbeiter sind drei- bis viermal in der Woche und öfter vor Ort, um sauberzumachen“, sagt Sprecherin Martina Eckermann. Einen Tag später sehe es dann aber meistens wieder so aus wie vorher. Präventive Streifen seien aufgrund der hohen Auslastung schwierig. „Wir haben nur 32 Mitarbeiter des Ordnungsdienstes für ganz Wuppertal, die ständig im Einsatz sind“, so Eckermann. Jede zusätzliche Stelle müsse durch die finanziell angespannte Lage an anderer Stelle eingespart werden. Gleichwohl ist auch die Stadt bezüglich der Vorkommnisse auf dem Spielplatz langsam mit ihrer Geduld am Ende.

Als „Hotspot“ ist der Bereich im Blick des Arbeitskreises „Soziale Ordnungspartnerschaften“. Dieser versucht auch an anderen Stellen in Wuppertal, Probleme durch Müll und Vandalismus in den Griff zu bekommen. Das könne laut Stadt etwa mit dem Einsatz von Sozialarbeitern, aber durchaus auch mit „repressiven Maßnahmen“ passieren.

Derweil sorgt die Situation auf dem Spielplatz auch bei der Politik im Stadtteil für Entrüstung. „Ich bitte alle Vohwinkeler darum, sich wie vernünftige Bürger zu verhalten und ihren Müll sachgerecht zu entsorgen“, betont der stellvertretende Bezirksbürgermeister Steffen Hombrecher (CDU). Insbesondere auf Spielplätzen gelte für Erwachsene eine Vorbildfunktion. Hombrecher dankt den städtischen Mitarbeitern für die regelmäßige Reinigung der Spielfläche. Zurückgegangen sind an der Ehrenhainstraße nach Aussage der Stadt Fälle von Vandalismus. Dies liege aber vor allem an den baulichen Veränderungen auf dem Gelände.

Nachdem etwa die Taue der Schaukeln regelmäßig angezündet wurden, schaffte das zuständige Ressort Spielgeräte aus Stahl an. Die Kosten betrugen rund 40 000 Euro. Der Spielplatz wurde bereits vor zwölf Jahren mit erheblichen finanziellen Mitteln grundüberholt. Die Investitionskosten betrugen damals rund 180 000 Euro. Das Müllproblem ist im Stadtteil leider kein Einzelfall. Auch im Stationsgarten wird in warmen Nächten gern gefeiert. Vor allem leere Flaschen und Dosen prägen dann hier das Bild. „Ich gehe davon aus, dass es im Sommer wieder damit losgeht“, sagt Anwohnerin Nicole Stöcker. Besonders am Tag nach der Flohmarktnacht biete der Stationsgarten keinen schönen Anblick.