Handel: „Der Einzelhandel und die Gastronomie gehören zusammen“

Handel: „Der Einzelhandel und die Gastronomie gehören zusammen“

Im September nimmt Wuppertal erstmalig an der Imagekampagne der IHK zur Stärkung des Einzelhandels teil. Auch die Gastronomie will sich beteiligen.

In ihrer Heimat shoppen sollen Wuppertaler am 7. und 8. September, wenn die Stadt zum ersten Mal an der gleichnamigen am Niederrhein entwickelten Werbekampagne der IHK teilnimmt. Die Aktionstage sollen den Zusammenhalt von Einzelhändlern, Dienstleistern und Gastronomen sichtbar machen und bei den Bewohnern in Zeiten des wachsenden Onlinehandels ein Bewusstsein für die Stärken des lokalen Angebots wecken: Kundennähe, persönliche Beratung und ein eigenständiges Leben innerhalb der Stadtteile.

Neben zahlreichen Einzelhändlern wolle sich an der Heimat shoppen-Premiere in Wuppertal auch die lokale Gastronomie beteiligen, bestätigt Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands Dehoga im Regierungsbezirk Düsseldorf.

„Wir sind bei der Aktion natürlich nur Nebenakteure, in erster Linie geht es ja schon ums Einkaufen, wie der Name schon sagt“, räumt Isabel Hausmann ein. „Man darf aber nicht vergessen, dass Einzelhandel und Gastronomie in jeder Stadt zusammengehören: Leute, die shoppen gehen, wollen in der Regel auch irgendwann Pause machen und etwas essen. Deswegen fühlen wir uns da schon mit im Boot und wollen die Aktion unterstützen.“

Seit 2014 wird die Kampagne an verschiedenen Standorten durchgeführt - bisher mit positiver Resonanz. Das Werbematerial stellen die jeweiligen Niederlassungen der IHK zur Verfügung: von Flyern und Plakaten bis hin zu Buttons und Luftballons. In den teilnehmenden Geschäften wird vor allem mit einheitlichen Papiertüten auf die Aktion aufmerksam gemacht.

Die Gastronomie müsse da zu anderen Mitteln greifen, erklärt Isabel Hausmann. Sie kennt die Aktionstage bereits aus Mönchengladbach und sucht derzeit den Kontakt zu Wuppertaler Gastronomen, um möglichst viele von ihnen für den Aushang der Heimat shoppen-Plakate in ihren Räumlichkeiten zu gewinnen. „Wir wollen, dass nochmal in den Köpfen der Leute ankommt, wie wichtig der Einzelhandel und die Gastronomie für ein buntes Stadtleben sind“, so Hausmann.

Isabel Hausmann, stellvertretende Dehoga-Geschäftsführerin

Die beiden Bereiche bedingen sich schließlich gegenseitig: Kauft niemand mehr im Stadtteil ein, werden auch die Lokale weniger genutzt. Andersherum würde eine fehlende Gastronomie die Attraktivität einer Einkaufsumgebung erheblich verringern. Ohne das Zusammenspiel beider Faktoren würde das unabhängige Leben innerhalb der Stadtteile. Dass diese Entwicklung dem Einzelhandel droht, zeigt der zunehmende Leerstand in vielen Einkaufszonen.

Zwar habe die Gastronomie keinen gleichberechtigten Gegenspieler wie der Einzelhandel den Online-Handel, dennoch sei auch hier die Stärkung des regionalen Angebots wichtig und gehöre bei der Aktion einfach dazu, ist Isabel Hausmann sich sicher: „Heimatgefühl ist schließlich auch etwas, das sich im Gastronomiebereich niederschlägt.“ Das zeige sich zum Beispiel daran, dass regionale Lebensmittel immer wieder zum Thema würden.

„Das Konzept Heimat shoppen ist so erfolgreich, weil das Thema Heimat Menschen auf einer emotionalen Ebene anspricht und an ihre Solidarität appelliert“, sagt Hausmann.

Am selben Wochenende wie die IHK-Aktionstage findet in Wuppertal die traditionelle Aktion Wuppertal 24 Stunden Live statt — es wird also ausreichend Möglichkeiten für die Einheimischen geben, den Lokalpatrioten in sich zu wecken.

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