Der ehemalige Slowakische Staatspräsident Schuster besucht Wuppertal

Politik : Ein Staatsmann mit Feder und Kamera

Der ehemalige slowakische Staatspräsident Rudolf Schuster stellt in Wuppertal seine Biografie vor.

Wuppertal steht hoher Besuch ins Haus. Am Donnerstag, 26. September, ist Rudolf Schuster zu Gast. Der ehemalige Präsident der Slowakei stellt auf Einladung von Rektor Lambert T. Koch an der Universität seine Biografie vor. Sie trägt den Titel „Das Vorbild meiner Eltern hat mir Kraft gegeben - vom Dorfjungen zum Staatsoberhaupt“. Es ist kein Zufall, dass Schuster an die Wupper kommt, um der Öffentlichkeit seine Lebenserinnerungen zu präsentieren. Schuster war einst Bürgermeister von Kosice, der Stadt in der ehemaligen Tschechoslowakei, zu der Wuppertal seit 40 Jahren freundschaftliche Beziehungen unterhält.

Daran hat Schuster seinen Anteil. Er war Bürgermeister, als 1988 der legendäre Freundschaftslauf von Wuppertal nach Kosice stattfand, initiiert vom damaligen Leiter des Wuppertaler Presseamtes, Ernst-Andreas Ziegler, und unterstützt unter anderem vom damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. Auch das ist nun schon fast 30 Jahre her. Doch die Zeit konnte der Freundschaft nicht schaden, die damals zwischen Schuster und Ziegler entstand.

Sie hielt auch noch, nach dem Schuster auch in der post-kommunistischen Slowakei Karriere gemacht hat. Schuster war von 1999 bis 2004 Präsident seines Heimatlandes und davor abermals Oberbürgermeister Kosices. Die politische Karriere des ehemaligen Mitgliedes der Kommunistischen Partei in der jungen Slowakei war auch deshalb bemerkenswert, weil Rudolf Schuster der deutschen Minderheit in dem Land angehört. Aber das passt zum Ruf des Brückenbauers, den sich der Politiker in der jungen Slowakei erarbeitet hatte.

In seiner Amtszeit als Staatspräsident hat Schuster die Slowakei in die Europäische Union geführt. Der 5,5 Millionen Einwohner zählende Staat ist seit 2004 in der EU. „Deutschland und speziell auch Wuppertal waren wichtig für mein politisches Handeln“, sagt Schuster heute. „Die   beispiellose Zusammenarbeit, die wir mit dieser Modellpartnerschaft zwischen Wuppertal und Kosice in der Zeit des totalitären Regimes in der Tschechoslowakei erreicht haben, ist in der Zeit des Kalten Krieges nirgendwo in Europa gelungen.“

Nach seiner Wahlniederlage im selben Jahr hat Rudolf Schuster (85)  sich aus der Politik zurückgezogen und sich als Schriftsteller und Dokumentarfilmer einen Namen gemacht.

Der Westdeutschen Zeitung hat Rudolf Schuster Fragen zur aktuellen Lage Europas und zu seiner eigenen Geschichte beantwortet. ll »Seite 16

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