Studentenwohnheim: Der Bolzplatz, der kein Bolzplatz ist

Studentenwohnheim : Der Bolzplatz, der kein Bolzplatz ist

Bendahler Straße: Wohnanlage bekommt offiziell eine Spielfläche - mit Toren und Ballfangnetz.

Unterbarmen. . Die ersten Studenten zogen bereits im vergangenen Jahr ein. Doch rund um die neue Wohnanlage an der Bendahler Straße sieht es an einigen Stellen noch nach Baustelle aus. Erdhügel sind angehäuft, die Außenanlagen warten auf ihre Fertigstellung. „Die Natur ist wieder auf dem Vormarsch“, erklärt ein Anwohner.

Die ursprünglich engagierte Firma stünde leider nicht mehr zu Verfügung, erklärt der Investor, ein emeritierter Professor der Bergischen Universität, die Verzögerung. Eine neue Ausschreibung sei erfolgt, die Nachfolgefirma wolle in Kürze loslegen, verspricht er. Einen genauen Termin gebe es aber noch nicht.

Geklärt werden musste aber auch noch einmal, was überhaupt entstehen soll. Ursprünglich gab es dort einen in die Jahre gekommenen Bolzplatz, der im Zuge des Neubaus buchstäblich platt gemacht worden war. Investor und Architekt hatten eigentlich vor, eine Grünanlage anstatt eines neuen Bolzplatzes zu schaffen. Dagegen regte sich allerdings Widerstand. Birgitte Alexander vom Förderverein Historische Parkanlagen in Wuppertal forderte, wieder eine neue Möglichkeit zum Bolzen zu schaffen. Der alte Platz sei nur deshalb kaum noch genutzt worden, weil er einfach in einem zu schlechten Zustand sei.

Ähnlich argumentierten auch die Grünen in der Bezirksvertretung Barmen. „Bolzplätze gibt es in diesem Bereich kaum“, betont Axel Frevert jetzt noch einmal gegenüber der WZ. Und mit den vornehmlich jungen Bewohnern des Neubaus sei auch noch einmal eine neue Zielgruppe dazugekommen. Zudem sei es eine Vorgabe der Stadt gewesen, dass der Investor einen Bolzplatz schaffen müsse - was auch die Stadt mehrfach bestätigte.

Dazu habe es kürzlich noch einmal ein abschließendes Gespräch zwischen Stadt und Architekt gegeben, erklärt Stadtsprecherin Katrin Petersen. Ergebnis: Ein Bolzplatz wird es nicht. Dazu gebe es andere, höhere Auflagen. Doch gebolzt werden wird zukünftig dort trotzdem. Denn das Areal hinter dem Studentenwohnheim wird offiziell als Spielfläche ausgewiesen - und es werden Tore auf der wassergebundenen Decke aufgestellt samt Ballfangnetzen und möglicherweise auch einem Zaun. Also praktisch ein Bolzplatz, der kein Bolzplatz ist. Außerdem könnte auch noch ein Basketballplatz errichtet werden. Es werde definitiv nicht nur eine einfache Spielfläche ohne Geräte, betont Petersen noch einmal.

Eine Lösung, mit der auch Architekt Rudolf Hoppe gut leben kann. „Auch wenn mir eine grüne Grundfläche lieber gewesen wäre.“ Er könne sich aber vorstellen, dass die Kinder der benachbarten neuen Kita ebenfalls die Spielfläche nutzen. Die hätten zwar eine eigene, so Hoppe, allerdings sei die aus topographischen Gründen nicht eben. „Fußballspielen ist dann schwierig“, schmunzelt er.

Was die Belegung des Wohnheims angeht, ist der Investor indes hochzufrieden. Längst sind alle Wohnungen fertig, nachdem zum Erst-Einzugstermin ein „Flügel“ des Gebäudes noch Baustelle war. Und: Alle gut 125 Plätze seien belegt, die Nachfrage riesig. „Wir haben schon eine Warteliste.“ Was jetzt noch fehlt, ist die Außenanlage.