Der Asphalt liegt schon - Endspurt für Wuppertaler Schwarzbachtrasse

Fortschritt : Endspurt für die Schwarzbachtrasse

Auf den ersten Teilstücken wird bereits Asphalt aufgetragen. Alles liegt im Zeitplan.

Der Bordstein steht schon, die Wegführung ist gut zu erkennen: Direkt neben dem Wicked Woods zweigt die Schwarzbachtrasse Richtung Langerfeld von der Nordbahntrasse ab. Die Arbeiten sind in vollem Gange: Auf der ursprünglichen Schotterschicht der Bahn – sie wirkt heute eher wie ein Feldweg – werden zwei Schichten Schotter aufgebracht. Ein großer Planierer fährt langsam über die noch wackelige Strecke und schafft mit seiner Schar eine gleichmäßige Fläche. Sensoren messen auf beiden Seiten den Abstand zum Boden und signalisieren über Leuchtdioden, wo der Fahrer mehr oder weniger Schotter wegnehmen muss. Anschließend wird der Schotter verdichtet. So ist an manchen Stellen bereits ein gut begehbarer Weg entstanden. „Die Brücken sind alle saniert, da fehlen jetzt nur noch die Geländer“, erklärt Bauleiter Michael Kraft von der Wuppertalbewegung.

„Bis Weihnachten soll der Asphalt liegen“, hofft sein Kollege Lutz Eßrich. Dann ist die neue Strecke jedoch noch nicht fertig: Bevor Radfahrer und Fußgänger den Weg benutzen können, müssen die Beleuchtung und alle Geländer angebracht sein. Das Modell „Wupperkreuz“ soll zukünftig an den Brücken verhindern, dass Passanten abstürzen. Teilweise steht es schon, teilweise wird es noch befestigt. Aber jetzt ist erst einmal der Asphalt dran. Das letzte Teilstück zwischen Olgastraße und Gildenstraße wird gerade noch mit Schotter versehen, im Wichlinghauser Tunnel fährt währendessen eine Walze den ersten Asphalt platt. Zuerst wird die Tragschicht aufgebracht, ab 11. November dann die feinere Asphaltdecke. Anschließend kann der Schlosser weiterarbeiten.

Im Wichlinghauser Tunnel
leben keine Fledermäuse

„Im Tunnel kommen noch Metalllatten unter das Gewölbe – falls Mörtelbröckchen aus den Fugen fallen“, erklärt Lutz Eßrich. Ansonsten bleiben das schöne, noch rußgeschwärzte Portal des Wichlinghauser Tunnels und die Tunnelröhre erhalten. Nur wenige Steine mussten im Portal ausgetauscht werden. „Da kommt auch noch eine Brüstung drauf“, sagt Michael Kraft. Die Beleuchtung darin wird deutlich heller werden als in den Tunneln der Nordbahntrasse: Hier gibt es keine Fledermäuse, die geschützt werden müssen. Auch die restliche Strecke wird natürlich beleuchtet. Hier müssen teilweise noch die Stromanschlüsse geschaffen werden.

An der Brücke ist gut zu erkennen, was die Planer bei ihrer Arbeit alles beachten müssen: „Alleine zwischen letzter Woche und jetzt hat sie sich zwei Zentimeter bewegt“, zeigt Michael Kraft anhand der Abstände der Seitensteine. Der Temperaturunterschied zwischen 18 Grad vergangenen Samstag und knapp über dem Gefrierpunkt am Mittwochmorgen ließ gewaltige Kräfte walten. Fugen in der Brücke sollen diese Längenveränderungen ausgleichen.

3,50 Meter breit wird der gemeinsame Rad- und Fußweg an den meisten Stellen. Endpunkt ist der Sportplatz Grundstraße. „Dort verlegt die Wuppertalbewegung auch noch 150 Meter Weg auf eigene Kosten, damit die Kleingärtner angeschlossen werden“, erklärt Kraft. Entlang der neuen Trasse gibt es zwar nicht ganz so viele Zugänge, dafür aber viele frequentierte Ziele: Das Schulzentrum Ost, die Geschäfte Vor der Beule, die Hauptschule Hügelstraße, der Langerfelder S-Bahnhof. Im April hatten die Arbeiten angefangen und liegen bisher im Zeit- und Kostenplan von 3,6 Millionen Euro. Die Schüler warten schon sehnsüchtig auf die neue Trasse: Oft genug schieben sie die Bauzäune beiseite und nutzen den halb fertigen Weg schon jetzt – angesichts der Baufahrzeuge nicht ganz ungefährlich. Auf jeden Fall aber wird die Schwarzbachtrasse, wenn sie im Frühjahr offiziell eingeweiht wird, beliebt werden.

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