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Denkmal am Ölberg saniert: Eine Mauer fast wie eine Burg

Elberfeld : Denkmal am Ölberg saniert: Eine Mauer fast wie eine Burg

Die Arbeiten haben drei Jahre gedauert und sind etwa 700 000 Euro teurer geworden als geplant.

Bis zu 13 Meter hoch ist die 110 Meter lange Natursteinmauer, wirkt fast wie eine Burg. Drei Jahre lang hat die Stadt jetzt die vorher zugewachsene und von Wurzeln zerstörte Mauer an der Getrudenstraße, oberhalb der Kirche St. Laurentius, saniert. Jetzt fehlten nur noch ein paar Lampen, Bäume und Restarbeiten. Der unter Denkmalschutz stehende Schulhof des Weiterbildungskollegs Am Ölberg ist nun wieder sicher und schön, die Nachbarn unterhalb müssen keine herabfallenden Steine mehr befürchten. 1,8 Millionen Euro hat die Stadt für die Sanierung ausgegeben. 2017 waren die Kosten noch mit 1,08 Millionen Euro veranschlagt worden.

Die Parkplätze sind markiert,
die Bäume kommen noch

Die Brüstungsmauer aus Ziegelsteinen auf der Natursteinmauer, die den Schulhof umrahmt, wurde komplett neu und auch etwas höher aufgebaut. Zu sehr hatten Frost und Wurzeln die alten Steine zerstört. Höhenunterschiede wurden ausgeglichen. „Die gusseisernen Geländer haben wir wiederverwendet, aber neu verzinkt und lackiert“, erklärt Andreas Koch, Bauleiter vom städtischen Gebäudemanagement. An den Pfeilern fehlen noch einzelne Deckplatten, doch die Pfeiler sind jetzt einheitlich und denkmalschutzgerecht mit Natursteinkanten statt dem bisherigen Mörtel gestaltet. Der untere Schulhof hat jetzt einen ordentlichen Wasserablauf in die Kanalisation statt in die Mauer, wie es vorher der Fall war. Die Parkplätze sind bereits wieder markiert. Bäume kommen noch in den nächsten Wochen. Zum oberen Schulhof gibt es nun eine neue und besser zugängliche Zufahrt.

Vom Schulhof aus führt neu eine Gittertreppe hinunter zum Fuß der Mauer. „Ich hoffe, dass dadurch in Zukunft öfter jemand einen Blick auf die Mauer wirft“, sagt Andreas Koch. Vorher war der Zugang nur vom Tippen Tappen Tönchen aus oder durch die Gärten der Nachbarn möglich. Bevor die Arbeiten an der Mauer beginnen konnten, mussten die Arbeiter sich erst einmal einen Zugang schaffen: Dicht an dicht wuchsen Bäume, Büsche und Brombeerranken und mussten entfernt werden. Efeu kletterte die Mauer empor und zerstörte die Fugen. Baugeräte mussten mit dem Autokran von oben über die Mauer gehoben werden. Die 2,50 Meter breite Schneise entlang der Mauer möchte Andreas Koch auch auf lange Sicht erhalten, um einen Wartungsweg für Mauerarbeiten zu haben. Deshalb soll eine Wurzelschutzfolie mit Schotter neue Pflanzen abhalten.

Der momentan durch eine brüchige Mauer verschlossene Zugang zum Fußweg zwischen Schusterstraße und Grünewalder Berg soll mit einem Tor wieder zugänglich gemacht werden. Momentan stehen noch Teile des Gerüsts auf dem Weg; es soll bald abgebaut werden. Zuletzt nutzten Schmierfinken es, um die neu sanierte Mauer zu besprühen.

Es wurde eigens Platz für Fledermäuse gelassen

Bei einem Großteil der Mauer mussten die Handwerker den bröckelnden Mörtel aus den Fugen herauskratzen und erneuern. An einigen Stellen jedoch erlebten sie Überraschungen. „Da sah die Wand von außen gut aus, war aber von innen hohl – das mussten wir dann neu aufbauen und durch neue Steine ergänzen“, erläutert Koch. Etwas weiter oben in der Mauer haben die Arbeiter gezielt Löcher frei gelassen, um Fledermäusen einen Unterschlupf zu bieten.

Der obere Teil der Mauer musste komplett neu gestaltet werden. Innen hinein wurde dabei ein Betonkern gegossen, damit die Mauer langfristig stabil steht. Den Teil der Wand unterhalb des Lutherstifts bearbeitete das städtische Team gleich mit, allerdings auf Kosten des Lutherstifts. Auf der anderen Seite wurde die Mauer ein Stück zurückgesetzt. Zum steilen Abhang nach unten hin wird der Wartungsweg durch Leitplanken und einen Zaun gesichert. In rund einem Monat sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.