Demo: Rechtsextreme nehmen Wuppertal in den Fokus

Demo: Rechtsextreme nehmen Wuppertal in den Fokus

Am 30. August und am 21. September sind rechtsextreme Veranstaltungen angekündigt.

Wuppertal. Erneut rückt Wuppertal in den Fokus von Rechtsextremen. Am 21. September, einen Tag vor der Bundestagswahl, will die Neo-Nazi-Organisation „Die Rechte“ durch Elberfeld marschieren. Nach Auskunft der Polizei sind 300 Demonstranten angemeldet, der Marsch soll am Hauptbahnhof beginnen.

Offenbar rechnet die Wuppertaler Polizei bei der Demo, die um 12 Uhr beginnen soll, mit erheblichen Problemen. Derzeit wird noch geprüft, ob die Demo verboten werden kann. Die linke Szene in Wuppertal ruft indes zum Widerstand gegen die Neo-Nazis auf.

Ob und auf welcher Route die Demonstration stattfinden wird, steht laut Polizeisprecher André Berger derzeit noch nicht fest. Die Polizei steht mit der Stadt in Kontakt, da mit massiven Protesten gegen den Neo-Nazi-Aufmarsch gerechnet wird.

An diesem Freitag, 30. August, ist zudem eine Demo der rechts gerichteten Bewegung „Pro Deutschland“ geplant. Ob diese stattfindet, ist indes ungewiss, weil die Polizei am Dienstag Nachmittag den von „Pro Deutschland“ gestellten Versammlungsleiter — bei ihm handelt es sich um einen vorbestraften Mann — abgelehnt hat. Laut Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher fehle ihm die erforderliche Zuverlässigkeit.

Ohne einen Versammlungsleiter darf die Kundgebung nicht stattfinden. Nun bleibt abzuwarten, ob „Pro Deutschland“ entweder einen neuen Versammlungsleiter benennt oder gegen die Entscheidung der Wuppertaler Polizei vor dem Verwaltungsgericht klagt.

Die Demo soll gegen 17 Uhr auf der Gathe an der Ecke Wiesenstraße stattfinden. Zuerst wollten die Rechten direkt vor der Moschee auf der Gathe am Autonomen Zentrum demonstrieren, was von der Polizei jedoch abgelehnt wurde.

„Wir rechnen mit Aktionen des gegnerischen Spektrums“, stellt Polizeisprecher Berger klar. „Pro Deutschland“ hat angekündigt, mit maximal 50 Personen demonstrieren zu wollen. Zuvor ist die Gruppierung an diesem Tag noch in Mönchengladbach und in Düsseldorf aktiv.

Laut Berger sind bei der Wuppertaler Polizei derzeit noch keine Kundgebungen gegen die beiden Demonstrationen angemeldet. Im Internet wird unterdessen zum Protest gegen die Demo am 21. September aufgerufen. Das Bündnis „Kein Platz für Nazis“ fordert die Wuppertaler auf, sich um 10 Uhr auf einer Bündniskundgebung an der Alten Freiheit vor den City-Arkaden zu treffen und dann den Marsch der Nazis zu verhindern.

Welche Strategien die Polizei anwenden wird, um gewaltsame Auseinandersetzungen verhindern, wurde gestern nicht mitgeteilt. Unter der Hand ist bei der Polizei zu hören, dass auch bei dieser Demo mit erheblichen Protesten gerechnet wird.

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