Dekan: „Es ist toll, wie die Kollegen reagiert haben“

Dekan: „Es ist toll, wie die Kollegen reagiert haben“

Architektur-Fakultät der Uni begeht Sommerfest und erinnert ans Unwetter von Ende Mai.

Haspel. Aus der Not eine Tugend machen — dieses Motto müssen die Lehrenden, Studenten und Mitarbeiter der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der Bergischen Universität seit gut sechs Wochen mit Leben füllen. Nach dem Unwetter vom 29. Mai und den verheerenden Schäden, die der Starkregen an den Gebäuden der Fakultät am Campus Haspel angerichtet hatte, muss die Fakultät nun enger zusammenrücken und den Betrieb — so gut es eben geht — am Laufen halten.

Da Ironie in der Auseinandersetzung mit Schicksalschlägen noch nie geschadet hat, ersannen Professoren der Fakultät den Slogan „Pop-Up Arch*e“. Wobei sich der Begriff „Arche“ sowohl auf die akademische Fachrichtung Architektur wie auf das Boot bezieht, in dem laut Bibel Noah, seine Familie und paarweise Getier der Sintflut entkamen.

In einer Veranstaltung zeigten Professoren und Studenten am Mittwochabend, dass die Fakultät trotz der „Katastrophe“ (so Architektur-Professor und Organisator Christoph Grafe) unverbrüchlich an ihrem Lehr- und Forschungsauftrag festhalten will: Hin und wieder muss der Unterricht nun eben draußen stattfinden, auch die Mensa oder das Foyer im Gebäude HC muss dafür genutzt werden.

Das „Sommervergnügen“ auf dem Campus Haspel litt allerdings erneut unter schlechtem Wetter. Der Regen fiel zwar nicht so stark wie am 29. Mai; allerdings sorgte er doch dafür, dass zum Beispiel eine geplante Filmvorführung auf der Dachterrasse im zweiten Obergeschoss des Neubaus ins Wasser fiel. Dass der geplante französische Kurzfilm den Titel „Eine Wassergeschichte“ trägt, war da durchaus bezeichnend.

Von den meteorologischen Begleitumständen durften sich die Akademiker aber nicht beeindrucken lassen, sie haben schließlich schon Schlimmeres erlebt. „Es ist toll, wie die Kollegen reagiert haben“, sagte Dekan Professor Dr. Felix Huber. Die Stimmung in der Fakultät sei weiterhin gut. Das Ereignis habe „viele neue Ideen“ freigelegt, betonte er.

So entstand im Kastanienhof jetzt eine „Speaker’s Corner“, die analog dem Vorbild aus London die Debattenkultur auf dem Campus stärken soll. Nahe dem Wupperufer wurde ein Pavillon eröffnet, der von Architekturstudenten über einen Zeitraum von zwei Jahren gebaut wurde. Er kann sowohl als Klettergarten für Kinder und Junggebliebene wie auch als Seminarraum dienen.

Und im Foyer des Neubaus wurde die Ausstellung „Das Tal nach der Flut“ eröffnet: In den dort präsentierten Arbeiten setzen sich Studenten der Fakultät mit den Folgen des Klimawandels für Wuppertal auseinander. Die Arbeiten entstanden vor dem Unwetter von Ende Mai. „Das war dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung“, sagte Kuratorin Kornelia Dimitrova.

Die Stadt müsse diese Art von Unwetter für die Zukunft „akzeptieren“ und die öffentlichen Räume darauf ausrichten.