Debattierclub: Duell der scharfen Zungen

Debattierclub: Duell der scharfen Zungen

Die Professoren setzten sich knapp gegen ihre Studenten durch – es schneit in der Stadt.

Wuppertal. Die erste Runde ging an die Studenten. Den Münzwurf hatten sie gewonnen. Danach wurde es schwerer: Die Studenten des Debattierclubs "Redekunst" der Bergischen Universität hatten ihre erste öffentliche Debatte zu überstehen. Als Diskussionsgegner hatten sie sich Professoren geladen, die Messlatte also hoch gehängt.

Am Montagabend fand die "Weihnachtsdiskussion" im Hörsaal 10 der Uni statt. Nach strengen Regeln: Feste Redezeiten wechselten sich mit geschützten Redezeiten und Zeiten für Zwischenfragen und -rufen ab. Trotz des strengen Reglements entstand eine sehr lebhafte und amüsante Debatte.

"Es geht darum, durch Sachverstand, Rhetorik und Teamwork zu überzeugen. Oder darum, bei völliger Ahnungslosigkeit sicher aufzutreten", erklärte Brüser bei seiner Eröffnungsrede . Die hörten etwa 100 Studenten, die es später zu überzeugen galt.

Zunächst durften die Zuschauer aber aktiv eingreifen, sie bestimmten das Thema der Diskussion. Knapp setzte sich "Weiße Weihnacht durch Schneekanonen in der Wuppertaler City" gegen die anderen Themen durch. Was zunächst etwas verrückt klingt, erwies sich bereits nach der Eröffnungsrede durch die "Regierung", dargestellt durch drei Professoren der Bergischen Universität, als gar nicht so unvorstellbar.

"Wir wollen die rau und hektisch gewordene Weihnachtszeit wieder in die schöne, besinnliche Zeit unserer Erinnerung verwandeln", erklärte Wirtschaftsprofessor Stefan Thiele. Durch den Einsatz von Schneekanonen wolle man den Wuppertaler Weihnachtsmarkt in einen Touristenmagneten verwandeln. An Wuppertals Hängen Apres Ski-Partys veranstalten. Die Studenten der "Opposition" kritisierten die Energieverschwendung und hohen Kosten, die der Regierungsantrag mit sich bringe.

Während der insgesamt vier Debatten-Runden ließen die Kontrahenten keine Spitzfindigkeiten aus. Immer wieder versuchte eine der Seiten die andere durch Zwischenfragen aus dem Konzept zu bringen. Das gelang, ganz zur Freude des Publikums, nicht immer: "Die Zwischenfrage mag ja zur Erheiterung beitragen, ist argumentatorisch aber ähnlich niedrig anzusiedeln, wie der Rest, den die Opposition hier vorbringt", konterte Professor Michael Fallgatter einen Zwischenruf zum Thema Verletzungsgefahr im Schnee.

Doch nicht alle Argumente der Studenten konnten die Professoren so leicht abhandeln: "Die Bevölkerung ist gesetzlich dazu verpflichtet, den Schnee vor ihrer Haustür zu beseitigen und sie wollen die ganze Stadt beschneien", erklärte Oliver Stein.

Trotz einiger guter Argumente der "Opposition" gingen die Professoren deutlich als Sieger der Debatte hervor - entschied das Publikum. Der Einsatz von Schneekanonen in der Wuppertaler Innenstadt wurde beschlossen. "Wir fangen morgen an", erklärte Professor Fallgatter.

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