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DB will Bahnhof Vohwinkel mit neuem Aufzug barrierefrei gestalten

Baustelle : Aufzüge am Bahnhof sollen für Barrierefreiheit sorgen

Die Deutsche Bahn baut einen Lift zu den Gleisen 1 und 2. Unklar ist noch, inwieweit sich das auf Veranstaltungen auswirkt.

Fast könnte der Betrachter den Eindruck haben, sich im Hochgebirge zu befinden. Bei den aufwendigen Vorarbeiten für die neuen Aufzugsschächte am Vohwinkeler Bahnhof fällt der Blick zwischen den Absperrungen hindurch auf massives Felsgestein. Mit schwerem Gerät wird hier gerade das Fundament erstellt. Laut Bahn soll der Rohbau Ende März abgeschlossen sein. Bis die Ferngleise endlich barrierefrei erreichbar sind, wird es allerdings noch etwas dauern. Erst müssen die Schächte zusammen mit dem Fahrkorb eingebaut werden und die Abnahme erfolgen. Die Bahn rechnet mit einem Betrieb im Herbst. Gleichwohl stößt die Maßnahme im Stadtteil auf positive Resonanz.

„Auch wenn wir noch etwas warten müssen, ist das eine richtig gute Nachricht“, sagt Bürgerbahnhof-Sprecher Uli Kopka. Die ehrenamtlichen Helfer der Initiative hatten in der Vergangenheit immer wieder die Wichtigkeit weiterer Aufzüge für die Attraktivität des Bahnhofs angemahnt. Bisher gibt es lediglich barrierefreie Zugänge für die S-Bahn-Gleise sowie die Bahnsteige 11 und 12. Der dortige Aufzug glänzte bis vor Kurzem allerdings durch mehrwöchige Betriebsstörungen. Das ist für Bahnkunden besonders ärgerlich, da über die Anlage auch die Nathrather Straße angeschlossen wird. Pendler müssen bei Ausfällen rund 60 Stufen überwinden – für Menschen mit Gehbehinderungen ist das kaum zu schaffen.

In der Bezirksvertretung
gab es Diskussionsbedarf

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Vohwinkel sorgte die Situation für deutliche Bürgerkritik. Immerhin: Derzeit funktionieren die vorhandenen Aufzüge wieder. Die Bahn begründet die Störungen mit Vandalismus. „Grundsätzlich läuft der Aufzug zu Gleis 11/12 stabil“, so ein Sprecher. Das Unternehmen hofft, dass die neuen Anlagen von vorsätzlichen Beschädigungen verschont bleiben. Diesen Wunsch hat auch Sebastian Belz, der in Vohwinkel ein Verkehrsplanungsbüro betreibt. Er befürwortet ausdrücklich den Bau der Aufzüge. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt“, betont er. Komplett barrierefrei sei der Bahnhof damit allerdings noch lange nicht. Belz verweist etwa auf Probleme von Rollstuhlfahrern beim Einsteigen in die Züge. Hier müsse baulich nachgebessert werden. Außerdem bemängelt der Experte das Fehlen einer Rampe oder eines Aufzugs beim Zugang zur direkt an den Bahnhof angrenzenden Nordbahntrasse. Auch hier gibt es nur eine Treppenverbindung.

Eine bessere Kontrolle durch die Ordnungsbehörden wünscht sich Sebastian Belz vor dem Bahnhof. „Durch die Neugestaltung des Vorplatzes gibt es hier eigentlich eine barrierefreie Wegeverbindung, die aber regelmäßig von Autofahrern zugeparkt wird“, berichtet er.

Umstellung des Ticketverkaufs häufig noch unbekannt

Derweil müssen Bahnkunden und Anwohner noch mit dem Lärm durch die Bauarbeiten im Bahnhof leben. Gegenüber der künftigen Aufzugsschächte wird noch eine Treppenanlage modernisiert. Die Maßnahme soll laut Bahn bis zum 5. März abgeschlossen sein. Welche Auswirkungen der danach laufende Einbau der Schächte auf den Bahnhofsbetrieb haben wird, kann das Unternehmen derzeit nicht sagen. „Für uns wäre das wichtig, da wir ab Mai mehrere Veranstaltungen in der Schalterhalle planen“, sagt Uli Kopka. Dazu gehört unter anderem die beliebte Plattenbörse der Initiative mit vielen Besuchern. „Wenn wie bisher auch am Wochenende gearbeitet wird und eine Anlieferung über die Schalterhalle erfolgt, wird das schwierig“, befürchtet der Bürgerbahnhof-Sprecher. Die Bahn will die Möglichkeit von Veranstaltungen im Gebäude zeitnah prüfen.

Noch nicht bei allen Bahnkunden herumgesprochen hat sich der Anbieterwechsel für Nahverkehrskarten. Seit dem 15. Dezember hat die Transdev Vertrieb GmbH den Verkauf von Nahverkehrstickets an den Bahnhöfen und Haltepunkten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) übernommen. Fahrgäste können ihre Fahrscheine für Bus und Bahn in Vohwinkel an den grün-weißen Automaten erwerben. Dazu gehören laut Bahn auch Tickets für den Fernverkehr. Der aktuelle Dienstleister hatte sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gegen die Deutsche Bahn durchgesetzt.