EM-Tagebuch Daumendrücken in Wuppertal hat sich gelohnt – verdienter Punkt für Slowenien

Wuppertal/Stuttgart · Die WZ begleitet die EM-Reise der Slowenen. Mit dem 1:1 im ersten Spiel gegen Dänemark gibt es die nächste positive Eintragung.

 Die Freude über den 1:1-Ausgleichstreffer gegen Dänemark war bei den Slowenen groß. Anschließend ging es zurück nach Wuppertal, wo am Montagmorgen wieder Training angesetzt ist.

Die Freude über den 1:1-Ausgleichstreffer gegen Dänemark war bei den Slowenen groß. Anschließend ging es zurück nach Wuppertal, wo am Montagmorgen wieder Training angesetzt ist.

Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Das Daumendrücken der vielen Wuppertaler vor dem Bildschirm und einiger weniger Wuppertaler im EM-Stadion in Stuttgart hat geholfen. Mit 1:1 (0:1) trennte sich das slowenische Team von Dänemark und kehrt mit einem wertvollen Punkt ins Bergische Land zurück. Im Stadion am Zoo hatten sich die Slowenen in der vergangenen Woche konzentriert auf ihr erstes Spiel bei der Fußball-EM vorbereitet, was auch Thema der Vorberichterstattung im ZDF gewesen war. In Stuttgart begann dann am Sonntag das große Abenteuer Fußball-EM 2024 mit einem Erfolgserlebnis durch eine erfolgreiche Aufholjagd, die Erik Janza (77.) mit dem Ausgleichstreffer krönte.

Slowenien, die gemessen an der Einwohnerzahl kleinste der 24 teilnehmenden Nationen, überzeugte gegen den Europameister von 1992, kam zu einer Reihe sehr guter Torchancen, ließ aber im Abschluss die auf diesem Niveau geforderte Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor noch zu oft vermissen. Die Künstliche Intelligenz von Chat GTP hatte einen 2:0-Sieg für die Dänen vorhergesagt, ebenso sahen auch die Experten und Wettanbieter das Team von Cheftrainer Matjaz Kek klar in der Außenseiterrolle. Doch weder von der Mehrzahl der gegnerischen Fans im mit 54 000 Zuschauern ausverkauften Stadion des VfB Stuttgart noch von dem frühen Rückstand durch Christian Eriksen (17.) ließen sich die Slowenen beeindrucken.

Es folgten vielversprechende Angriffe der Slowenen vor ihrer Fankurve, in der auch der Wuppertaler Josef Markelj und sein Bruder Franc die Mannschaft anfeuerten. Für Josef Markelj, der vor dem Spiel in der Stuttgarter Fanzone noch mit dem Präsidenten des slowenischen Fußballverbandes Radeko Mijatovic geplaudert hatte, sind es turbulente Wochen. Im Stadion am Zoo unterstützen die Brüder mit ihren Sprachkenntnissen die städtischen Mitarbeiter bei der Betreuung der Gäste und sind auch gefragte Ansprechpartner für die mitgereisten slowenischen Journalisten.

Ab Montagmorgen wird es für die Slowenen in der nächsten Trainingseinheit im Stadion am Zoo darum gehen, frische Kräfte zu schöpfen. Bei guten Ergebnissen in den Spielen gegen Serbien und England ist das Achtelfinale für die Slowenen machbar.