Das Wuppertaler Sturmholz ist bereits verkauft

Das Wuppertaler Sturmholz ist bereits verkauft

Die Schäden sind noch nicht alle beseitigt, aber das Holz ist vermarktet. Der Preis sei durch den Sturm nicht gefallen, so die Stadt.

Nach dem Sturm Friederike hat die Stadt schnell reagiert - das Holz, das dem Unwetter zum Opfer gefallen ist, wurde schon verkauft. Das berichtet Sebastian Rabe, Abteilungsleiter Forsten bei der Stadt. „Wir haben grob geschätzt und die ungefähre Menge bei den Sägewerken angeboten“, sagt er. Und die haben zugeschlagen - ohne Abschläge. Denn anscheinend sind bei dem Sturm in diesem Januar nicht so viele Bäume beschädigt oder umgerissen worden, dass es den Preis für Holz beeinflusst. Jedenfalls nicht im Bergischen Land.

Rabe sagt, der Preis für eine Kubikmeter Fichtenholz habe vor dem Sturm bei 92 Euro gelegen. Und diesen Preis habe die Stadt jetzt auch zugesagt bekommen. Von den etwa 1000 Kubikmetern Holz seien rund 80 Prozent Fichten - also 800 Kubikmeter. Für die Stadt macht das Einnahmen von ca. 73 000 Euro. „Das Geld kommt komplett dem Haushalt zugute“, sagt Rabe.

Für die Stadt sei es leicht gewesen, das Material loszuwerden, sagt Rabe. Regionen mit deutlich mehr Wald und dementsprechend deutlich mehr Holz hätten es da schwerer. „Landeswälder erreichen ganz andere Größenordnungen“, sagt Rabe. In Regionen wie dem Sauerland oder Ostwestfalen würde ein Anruf sicher nicht reichen, um das Holz zu verkaufen.

Das habe hier auch gut funktioniert, weil das Holz an regionale Sägewerke gegeben werde, mit denen die Stadt auch regulär zusammenarbeite. Welche das genau sind, wollte Rabe nicht sagen.

Die Stadt profitiert auch davon, dass der Bedarf an Kiefernholz recht hoch ist. „Das ist das Gute“, sagt Rabe. Das bestätigt auch ein Mitarbeiter des Holzhändlers Kolk Holz aus Vohwinkel. Der Mann, der nicht mit Namen genannt werden möchte, erklärt, dass das Fichten- und Kiefernholz sehr gefragt sei - etwa als Verpackungshölzer für Paletten, als Kanthölzer, Bretter, Dielen oder Konstruktionsvollholz — also vor allem im Bau. Das Holz sei preiswert, halte lange und sei leicht zu verarbeiten, beschreibt er die Vorteile der Hölzer.

Die Produkte aus dem Holz variieren im Preis - und liegen nach der Verarbeitung deutlich über dem Rohpreis. Verpackungsholz liege bei etwa 190 Euro für einen Kubikmeter, Konstruktionsvollholz koste etwa 370 Euro in der gleichen Menge.

Einen Einbruch der Preise wie nach Kyrill vor elf Jahren sieht der Fachmann aber nicht kommen. So sehr werde der Markt nicht überschwemmt. Auch die IHK kann auf Anfrage keine Veränderungen im Holzmarkt feststellen.

In Wuppertal sind laut Rabe etwa 1000 Bäume gefallen oder müssen noch gefällt werden. Bei Kyrill waren es 70 000 Bäume.

Aktuell arbeitet die Stadt noch daran, die Schäden zu beseitigen. „Wir werden noch einige Wochen beschäftigt sein“, sagt Rabe. Allerdings müsse man sich beeilen, fertig zu werden, bevor es warm werden. Dann werde nämlich der Borkenkäfer aktiv, für den das Holz gutes Nährmaterial sei. Ein Befall mit dem Käfer mindere auch die Qualität des Holzes.

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