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Das Radhaus soll bis zum Jahresende in Betrieb sein

Das Radhaus soll bis zum Jahresende in Betrieb sein

935 000 Euro investiert die Stadt in die Stellplätze für 150 Fahrräder. Eine Umplanung hat die Kosten um 300 000 Euro erhöht.

Döppersberg. Spätestens zum Jahresende soll es am Döppersberg eine sichere und überdachte Abstellmöglichkeit für Fahrräder geben. Am Dienstag werden die Pläne für das Radhaus neben dem Primark-Gebäude auf dem Platz Ost in der Döppersberg-Planungskommission vorgestellt. Der Stadtrat entscheidet dann am 12. März über die Verwirklichung.

Neben der Sandstein-Optik der berüchtigten Döppersberg-Mauer und dem bronzefarbenen Primark-Gebäude strahlt das begrünte Radhaus eine ganz andere Atmosphäre aus. Es soll von einer doppelten Wand aus Lochblech umgeben sein, zwischen der Efeu wächst. „Dafür nehmen wir vorgezüchtete Pflanzen, so wird das Radhaus schon zu Beginn zu zwei Dritteln grün sein“, verspricht Stadtentwickler Benjamin Simon. Der Efeu sieht nicht nur schön aus, sondern wandelt Kohlendioxid um und schluckt vor allem Straßenlärm.

Im Inneren finden vorerst 150 Fahrräder Platz. Für 29 stehen abschließbare Boxen zur Verfügung. Die anderen werden doppelreihig übereinander abgestellt. Für die oberen Stellplätze müssen die Anwender ihr Fahrrad auf einen Auszug stellen und nach oben schieben. „Das funktioniert mit Hydraulik — das schaffen auch Leute, die nicht so kräftig sind“, betont Simon. Wenn das Radhaus gut ankommt, können später weitere Stellplätze hinzukommen. Platz wäre in dem 400 Quadratmeter großen Radhaus für 58 Abstellboxen sowie 242 weitere Stellplätze. In der ersten Version ist das jetzt geplante Radhaus dann jedoch deutlich kleiner als in der ursprünglichen Planung. „Aufgrund der besonderen Lage des Gebäudes soll sich auch die Gestaltung der Fassade ansprechend und hochwertig darstellen und zugleich einen eigenständigen Charakter entwickeln“, heißt es in der Vorlage.

Zugang zum Radhaus bekommt nur, wer eine entsprechende Zugangskarte besitzt. Wie diese genau aussieht, wird erst in Zusammenhang mit der Auftragsvergabe entschieden. Möglich wäre beispielsweise eine Lösung über das VRR-Ticket. Die Stadtplaner wollen verschiedene Laufzeiten anbieten. Sie planen mit Tagesmieten von einem Euro, Monatsmieten von sechs Euro und Jahresmieten von 60 Euro. So wollen sie im Schnitt eine Auslastung von 113 Stellplätzen erreichen. Damit wären die geschätzten Betriebskosten von 70 Euro pro Stellplatz im Jahr gedeckt. Die Kapazitäten wurden anhand von Studien von WSW und Gebäudemanagement errechnet.

Ein Hausmeister müsste sich regelmäßig um das Radhaus kümmern. Damit die Besitzer ihr Fahrrad guten Gewissens abstellen können, würde der Raum per Kamera überwacht. Die Stadt rechnet mit Kosten von 935 000 Euro für das Radhaus — aufgrund einer völlig neuen Planung deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 600 000 Euro. Davon kostet jeder Stellplatz 143 Euro, jede Box 2500 Euro und das Gebäude an sich 529 000 Euro. Für die Haustechnik veranschlagen die Planer rund 63 000 Euro und für die Außenanlagen 95 000 Euro. Dazu kommen 158 000 Euro für Planer und Gutachter. Die Kosten sollen über die Stellplatzrücklage finanziert werden.

Im April sollen die Bauarbeiten beginnen und bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Wenn das Radhaus gut angenommen wird, können sich die Planer weitere in Oberbarmen und Barmen vorstellen. Dort fehlt es bisher an geeigneten Abstellflächen für Fahrräder.

Klaus Lang vom Fahrradclub ADFC freut sich zwar prinzipiell über die sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder, hält den Standort jedoch für ungeeignet. „Von der Südstadt aus gibt es keine direkte Anbindung — und vom Radhaus aus sind es noch 200 Meter zu den Gleisen.“ Er verweist auf andere Großstädte, in denen Fahrradständer direkt neben dem Eingang zum Bahnhof platziert sind. In Wuppertal jedoch besitze die Stadt kein Grundstück, das näher gelegen sei, erklärt Benjamin Simon. Von der B7 aus sei das Radhaus leicht erreichbar.