Das gezeichnete Protokoll zur neuen Oper

Das gezeichnete Protokoll zur neuen Oper

Der Künstler Wolfgang Schmitz und sein Werk „Standort und Sichtweise“.

Wuppertal. Beflügelt von der Magie des Ortes hat Wolfgang Schmitz ein Opernbuch gezeichnet. Anlässlich der spektakulären Wiedereröffnung des frisch renovierten Opernhauses hat der Wahl-Wuppertaler Künstler sich aus verschiedenen Perspektiven diesem historischen Ort genähert. Das Ergebnis trägt den Titel "Standort und Sichtweise" und darf als "zeichnerisches Protokoll" verstanden werden, wie Wolfgang Schmitz sagt.

"Nicht nur das Opernhaus selbst, sondern auch das Umfeld sind künstlerisches Thema. Ich bin ganz unbefangen rausgegangen an die Baustelle", erinnert er an die ersten "Auseinandersetzungen mit dem Objekt", das in mehr als 20 Zeichnungen im Buch abgebildet ist. "Wo kann ich meine Staffelei aufstellen?", lautete immer mal wieder die Entdeckerfrage.

Als Unterschlupf vorm Regen diente ihm beispielsweise das Bistro im Bahnhof Barmen. Dort ließ er seinen Blick schweifen und sah ein großes Kamel - Rauchern als Sinnbild einer Zigarettenmarke geläufig. Für ihn aber setzte sich eine Assoziationskette zu Giuseppe Verdis Opern "Nabucco" und "Aida" in Gang.

Ähnlich wirkte Tony Craggs Skulptur "I’m alive" auf ihn - die glatte, schimmernde Oberfläche erinnerte an eine Passage aus Richard Wagners "Rheingold" und die Rheintöchter: "Das passte perfekt."

Zu seinen Zeichnungen stellt Schmitz literarische Zitate ("Wie fang ich im Sprung den spröden Fisch?"), ergänzt werden die stilistischen Elemente durch Fotos von Antja Zeis-Loi und so ist ein Kunstbuch entstanden, das ansehnlich die Geschichte des Opernhauses auf eindrückliche Weise transportiert.

Und weil die Schmitzschen Arbeiten so schön sind, sind sie nicht allein in Buchform ("Standort und Sichtweise") zu haben, sondern werden auch in einer Ausstellung im Historischen Zentrum gezeigt. Zur Vernissage am Samstag, 10. Januar, 19.30 Uhr, spricht Herbert Pogt vom Von der Heydt-Museum.

Mehr von Westdeutsche Zeitung