Zoo: „Das fühlt sich alles richtig an“

Zoo : „Das fühlt sich alles richtig an“

Zum Tag der Arbeit erzählt Vanessa Hagedorn von ihrem besonderen Arbeitsplatz.

Wuppertal. Das Frühstück steht noch auf dem Tisch, die Zeitung liegt zerwühlt daneben. In der Ecke stapeln sich die schmutzigen Stiefel und im Fernsehen läuft eine Tierdoku. Wer jetzt an eine x-beliebige Studenten-WG denkt, liegt falsch. Betreutes Wohnen für Elefanten kommt der Sache schon näher. Tatsächlich handelt es sich um Vanessa Hagedorns Arbeitsplatz. Die 34-Jährige ist Elefantenpflegerin im Wuppertaler Zoo und hat damit einen recht exklusiven Arbeitsplatz. Einige hundert in Deutschland seien es vielleicht, mehr nicht, sagt sie.

„Ich wusste schon immer, dass ich mit Tieren zusammen arbeiten will“, sagt Hagedorn. „Aber auf den Elefanten bin ich erst in meiner Ausbildung zur Tierpflegerin gekommen.“ Früher hieß es, ein Elefantenpfleger müsse ein richtiger Kerl sein, einer, der rumbrüllen kann, der Eindruck mache, sagt ihr Kollege Gustav Röckemer. Von diesem veralteten Ideal ist Vanessa Hagedorn meilenweit entfernt. „Ich bin kein He-Man“, sagt die zierliche Frau. Heute braucht man zur Elefanten-Erziehung eher Psychologie. „Das hat nichts mit Größe und Stärke zu tun. Das hat etwas mit kleinen Sachen zu tun.“ Mit Aufmerksamkeit und Respekt. „Man muss wissen, was man will, und das muss man den Tieren auch klar machen“, sagt sie. Von Vermenschlichung hält sie nichts, Distanz bleibt immer. „Die Tiere vermissen einen nicht, wenn man in Urlaub ist, und sie freuen sich auch nicht, wenn ich morgens reinkomme“, sagt sie. Bei ihr sei das anders.

Auch wenn der Job ihr körperlich viel abverlangt, kann sie sich nichts anderes mehr vorstellen. „Ich spüre, dass ich hier hingehöre. Das macht mich glücklich, das fühlt sich alles richtig an. Ich bin das mehr, als dass ich das mache“, sagt sie. „Da ist kein Fragezeichen hinter.“

Keine Frage, Vanessa Hagedorn ist richtig angekommen. So sehr, dass sie ihren Job im Zoo mit keiner Tätigkeit in einem Nationalpark tauschen würde. „Das wäre nichts für mich. Ich lebe in der Großstadt, ich mag den Trubel. Für mich ist das die perfekte Mischung.“

Natürlich gibt es die Momente, die sie mehr liebt, als andere. Die Elefanten-Wäsche ist so ein Höhepunkt. „Man verliert das Zeitgefühl, man ist dann komplett ’da’“, sagt sie. Psychologen würden jetzt wohl von einem ’Flow’ sprechen. Alles fließt, alles ist in Ordnung. Dann geht die kleine Frau wieder raus zu den großen Tieren.