Das Freibad Vohwinkel in Wuppertal könnte doch schon im Mai öffnen

Saisonstart scheint gerettet : Vohwinkeler Freibad könnte doch schon im Mai öffnen

Defekte Filteranlage kann repariert werden. Das ergab eine Überprüfung seitens der Stadt.

Für die ehrenamtlichen Betreiber des Vohwinkeler Freibads wäre es Glück im Unglück. Nach einer erneuten Prüfung des kaputten Filters scheint eine Reparatur doch möglich zu sein. Dadurch würden sich die Kosten deutlich verringern. Außerdem könnte der Badebetrieb voraussichtlich bereits Mitte bis Ende Mai aufgenommen werden. Dagegen hätte der komplette Austausch der Anlage inklusive aller dafür notwendigen baulichen Maßnahmen den Saisonstart weit nach hinten verschoben. Zudem war die Finanzierung der rund 70 000 Euro teuren Maßnahme noch völlig ungeklärt. Mit der jüngsten Entwicklung können die ehrenamtlichen Betreiber wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken.

„Für uns ist das ein echter Hoffnungsschimmer“, sagt Fördervereinsvorsitzender Stephan Pott. Nach einem Gespräch mit der Stadt hatten Experten des Gebäudemanagements die Anlage genau unter die Lupe genommen. „Dabei wurde uns bestätigt, dass eine Reparatur durchaus machbar ist“, so Pott. Der Teufel stecke allerdings im Detail. Zunächst sei eine Reinigung per Sandstrahl notwendig und anschließend müssten Staub und Chloride gewissenhaft entfernt werden. Vor allem letztere haben es in sich und könnten die neue Keramikbeschichtung zerstören. Wenn alle Vorarbeiten erledigt sind, werde schließlich der Filter selbst saniert.

„Wir haben einen Kostenvoranschlag einer Firma aus Norddeutschland eingeholt, der bei etwa 27 000 Euro liegt“, berichtet Stephan Pott. Durch die Rücklagen des Supersommers 2018 und bereits eingegangene Spenden sei das gerade noch finanzierbar. Trotzdem ist das Freibad dringend auf Sponsoren angewiesen, da auch noch undichte Rohre zu reparieren sind.

Stadt unterstützt die Bäder
nach ihren Möglichkeiten

Unter anderem hat der Förderverein bei der Bezirksvertretung einen Antrag auf Unterstützung durch die freien Mitteln des Stadtteilgremiums gestellt. „Wir werden das wohlwollend prüfen und im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). Der Erhalt des Freibads im Stadtteil habe nach dem Abriss des Hallenbads vor fünf Jahren eine hohe Priorität.

Gute Nachrichten gibt es für die Freibad-Betreiber bezüglich des Zeitplans. „Nach Aussage der Firma dauert die Reparatur nur ein bis zwei Wochen“, sagt Stephan Pott. Einem relativ baldigen Saisonstart stünde damit nichts mehr im Weg. Doch die langfristige Zukunft des Freibads ist weiterhin ein finanzieller Balanceakt. „Die Finanzierung bleibt auf Kante genäht“, sagt Stephan Pott. Weitere technische Probleme oder ein schlechter Sommer könnten den Planungen schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Für die Renovierung des Babybeckens und der Außenfassade sammelt der Förderverein deshalb Spenden auf der Plattform „Gut für Wuppertal“.

Auch die anderen Freibad-Fördervereine im Stadtgebiet brauchen Unterstützung. Am Eckbusch heißt es etwa: „Einen kompletten Austausch der Filteranlage könnten auch wir uns nicht mehr leisten“, stellt Frank Mühlhoff von der dortigen Betreibergesellschaft klar. Geld von der Stadt können die Ehrenamtler allerdings nicht erwarten. Der Wuppertaler Sportdezernent Matthias Nocke (CDU) verweist einmal mehr auf den begrenzten finanziellen Spielraum der Kommune. Schon der Erhalt der städtischen Bäder sei ein Kraftakt. „Dafür sind Zuschüsse in Höhe von elf Millionen Euro notwendig“, so Nocke. Immerhin versuche die Stadt, die ehrenamtlich geführten Freibäder im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Daher gab es in Vohwinkel die jüngste Prüfung der baulichen Möglichkeiten durch die Mitarbeiter des Gebäudemanagements.

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