Neue Pläne: Das Engelsjahr beginnt schon 2019

Neue Pläne : Das Engelsjahr beginnt schon 2019

Der Auftakt ist für  den 28. November geplant. Es folgen über ein Jahr verteilt 16 große und 60 kleinere Veranstaltungen.

Am 28. November 2020 jährt sich der 200. Geburtstag von Friedrich Engels. Gefeiert wird in Wuppertal bereits ab dem 28. November 2019, denn dann wird das Festjahr zum Engels-Geburtstag mit einer großen Auftaktveranstaltung beginnen. Ein Jahr lang wird die Stadt dann mit Veranstaltungen, Kongressen, Tagungen und Stadtführungen einen Mann in den Mittelpunkt stellen, der mit seinen Ideen die Welt verändert hat.

Oberbürgermeister Andreas Mucke spricht von dem größten Sohn der Stadt, dem sich die Stadt im Engelsjahr wieder annähern werde. „Das wird ein erfolgreiches Jahr. Wir sind schwer beeindruckt von der bisherigen Resonanz im Tal“, sagt Kulturdezernent Matthias Nocke und zählt zahlreiche Programmpunkte auf, die schon feststehen: In der aktuellen Sitzung des Runden Tisches zum Engelsjahr wurden 16 Großveranstaltungen und 60 kleinere Veranstaltungen aufgelistet, die von einem großen Unterstützerkreis geplant sind.

Dem gehören unter anderen die Bergische Universität, das Wuppertal Institut und die Kirchliche Hochschule an. Ihre Beteiligung haben die Wuppertaler Bühnen, das Von der Heydt-Museum, die freie Kulturszene sowie Verbände und Bürgervereine zugesagt. Noch bis zum 1. Oktober dieses Jahres können Initiativen, Vereine und Institutionen weitere Projekte anmelden.

Matthias Nocke und Julia Kohake, Geschäftsführerin von Engels 2020 und Projektkoordinatorin, stellten das Logo vor, das wie ein Stempel oder Markenzeichen die Zuordnung aller Veranstaltungen zum Engelsjahr erleichtern soll. „Das Logo soll auffallen, nicht gefällig sein, sondern Friedrich Engels in seinem Facettenreichtum und seiner teils provokanten Art widerspiegeln“, erläutert Süleyman Kayaalp von der Wuppertaler Agentur wppt: kommunikation. Das Motto lautet: „Engels 2020 – Denker, Macher, Wuppertaler“.

1,1 Millionen Euro erhält die Stadt als Finanzhilfe des Bundes, wird aber mindestens in vergleichbarer Höhe für weitere Kosten selbst aufkommen müssen. „Eine entsprechende Ratsvorlage wird für diesen Herbst erstellt“, sagte der Kulturdezernent. Im Vergleich zu Trier, wo in diesem Jahr das Karl-Marx-Jahr gefeiert wird, steht Wuppertal aber weit weniger Geld zur Verfügung.

Das soll mit Kreativität und einer kritischen, wissenschaftlichen und anspruchsvollen Auseinandersetzung mit Engels und seiner Zeit wettgemacht werden. Höhepunkte im Engelsjahr werden ein historisches Geschichtsfest sein, eine Sonderausstellung zu Engels in der Kunsthalle Barmen, die Wiedereröffnung von Engelshaus und Museum für Frühindustrialisierung, die nach dem Umbau am 28. November 2020 stattfinden soll sowie eine festliche Geburtstagsfeier in der Historischen Stadthalle.

Einen Hinweis, wie groß das Interesse der Wuppertaler an Engels ist, liefert aktuell der gute Zuspruch, den das „Kontor 91“ in der Barmer Fußgängerzone am Werth 91 findet. Während der Schließung des Historischen Zentrums bietet sich dort Besuchergruppen die Gelegenheit, Wuppertals Industriegeschichte und auch Engels zu erkunden. „In der ersten Woche nach der Eröffnung haben 700 Besucher das Kontor 91 besucht“, berichtet Nocke. Im November werde dem Rat eine erste Programmkonzeption für das Engels-Jahr vorgelegt.

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