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Das Dach vom Bahnhof-Mirke der Utopiastadt von Wuppertal wird saniert

Bauarbeiten : Utopisten sanieren das Dach vom Bahnhof Mirke

Die Utopiastadt ist für viele Wuppertaler ein kultureller Rückzugsort. Da der Bahnhof schon sehr alt ist, wird dieser nun von Grund auf saniert. Es geht voran.

Die Sanierung nimmt Fahrt auf. Der im Jahre 1873 entstandene Bahnhof Wuppertal-Mirke, der heute unter Denkmalschutz steht und seit 2011 das Kreativnetzwerk Utopiastadt beherbergt, wird seit Ende 2019 saniert. Nachdem durch Corona die Sanierungsarbeiten verlangsamt wurden, sollen jetzt große Schritte mit fünf Baugewerkschaften gemacht werden. Als erstes wird das Dach erneuert. Laut Christian Hampe, dem Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH Utopiastadt, sollen die gesamten Sanierungsarbeiten rund fünf Millionen Euro kosten. Ungefähr 86 Prozent der Sanierungsarbeiten sollen durch Förderungen der Stadt und dem Land NRW sowie durch einzelne Spenden finanziert werden. Die restlichen 14 Prozent müssen die Mitglieder der Utopiastadt, auch Utopisten genannt, durch Eigeninitiative und Selbstarbeit erbringen. An dem Bauprojekt sollen derzeit rund drei Personen aus dem Bundesfreiwilligendienst, fünf Utopisten und die externen Mitarbeiter der Baugewerke mitwirken.

Jeder, der will, darf mit anpacken

Der 19-jährige Lukas Nolte aus dem Bundesfreiwilligendienst, auch Bufdi genannt, soll zwar nur 423 Euro im Monat verdienen, packt aber trotzdem acht Stunden täglich und fünf Mal die Woche mit an. „Ich bin gern handwerklich aktiv, was soll ich auch während Corona schon anderes machen. Dazu noch dieser geile Ort und die freundlichen Menschen. Einfach super“, sagt Lukas Nolte. „Lange Zeit ist nichts passiert, aber jetzt verändert sich endlich was“, erzählt Alexander Netterdon, Polier der Sanierungsarbeiten und Mitglied der Utopiastadt. Normalerweise soll samstags ein sogennantes Workout stattfinden, bei dem jeder freiwillige Helfer willkommen ist und mit Brötchen und einer angenehmen Atmosphäre begrüßt wird. „Wenn sich die Corona-Lage wieder etwas beruhigt hat, ist jeder herzlich eingeladen“, sagt Alexander Netterdon. „Persönlich habe ich viel dazu gelernt, weil ich auch nicht aus der handwerklichen Sparte komme. Durch die neuen Fähigkeiten konnte ich mir sogar eine eigene Küche bauen“, erzählt Netterdon. Die Aufgabe der Utopisten und Bufdis sei es, die Vor-und Nacharbeiten für die Baugewerkschaften zu leisten. „Das senkt vor allem die Kosten der Sanierung“, so Netterdorn. Auch die Mitarbeiter des Cafés Hutmacher, die von der Bärtig UG beschäftigt werden, helfen mit und sollen weiterhin vom Arbeitgeber bezahlt werden, obwohl es derzeit durch Corona keine Einnahmen in dem Café gibt. Der gesamte Bahnhof soll von Westen nach Osten Schritt für Schritt saniert werden. „Zuerst wird nun das Dach neu gemacht und repariert“, erklärt Christian Hampe.