Das bewegt die Katholische Kirche im neuen Jahr

Das bewegt die Katholische Kirche im neuen Jahr

WZ-Interview: 2009 steht unter anderem die Fusion der Caritas an und St. Laurentius wird wieder eröffnet. Die WZ sprach mit dem Stadtdechant Bruno Kurth.

Herr Kurth, was ist für die Katholische Kirche Wuppertal das wichtigste Thema für 2009?

Stadtdechant Bruno Kurth: Im gesamten Tal haben wir als katholische Kirche Umstrukturierungen hinter uns: Wir werden in drei großen Seelsorgebereichen drei große Pfarrgemeinden haben, im Elberfelder Norden, in Barmen-West und in Elberfeld-Mitte (ab 2010), in den anderen vier Pfarreiengemeinschaften (Vohwinkel-Sonnborn, Elberfeld-Südhöhen, Barmen-Nordost und Barmen Wupperbogen-Ost). Jetzt gilt es, die neuen Einheiten mit Leben zu füllen. Grundsätzlich ist die Verkündung des Evangeliums, der Dienst an Gott und den Menschen, also der lebendige christliche Glaube das wichtigste Thema.

Die Familienarbeit zeichnet sich deutlich als ein Schwerpunkt ab. So werden einige Tageseinrichtungen für Kinder in Barmen und Elberfeld in katholische Familienzentren ausgebaut, da können wir Familien dann noch gezielter unterstützen. Beispielsweise die Einrichtung an der Gustavstraße in Vohwinkel bekommt jetzt zusätzlich zum Landessiegel die Zertifizierung als katholisches Familienzentrum. Die einzelnen Gemeinden werden sich auch fragen, wie sie den Auftrag der praktischen Nächstenliebe erfüllen können und wie sie auf die sozialen Entwicklungen vor Ort reagieren müssen. Eine Aufgabe ist es zum Beispiel, die Jugendlichen von der Straße zu holen durch gezielte Bildungs- und Betreuungsangebote - wie etwa mit der Offenen Tür in Sonnborn.

Herr Arens verlässt die Caritas nach 28 Jahren, damit geht eine Ära zu Ende. Mit einem guten Nachfolger, Herrn Humburg, gehen wir in die Fusion. Grundsätzlich passiert die Fusion aber nicht aus wirtschaftlichen Gründen oder aus Sparzwängen. Es wird keine Einschnitte bei der Caritas-Arbeit geben. Auch die Nähe zum Menschen in all den Diensten der Caritas geht nicht verloren. Vielmehr geht es darum, dass wir uns als Caritasverband stärker aufstellen. Die größeren Verbände sind leistungsstärker. Auch innerkirchlich wird im Bistum ein großer Caritasverband Wuppertal-Solingen anders wahrgenommen. Da ist es leichter, Interessen zu vertreten und Projekte zu verwirklichen.

In der Kirche stehen derzeit noch die Baugerüste. Am 9. Mai kommt Kardinal Meisner nach Wuppertal und wir feiern den Abschluss der Baumaßnahme. Ob dann schon die letzten Orgelpfeifen stehen und gestimmt sind, wissen wir noch nicht. So viel kann ich aber versprechen: Die Kirche wird ein wunderschöner Raum. Was die Historische Stadthalle im säkularen Bereich ist, wird St. Laurentius von der architektonischen Bedeutung her für die Kirchenlandschaft - ein absoluter Magnet am Laurentiusplatz.

Die Pläne wurden zum Teil sogar erweitert. So gibt es eine neue Rampe für Rollstühle und Kinderwagen und die Kirche ist endlich barrierefrei. Außerdem gibt es gerade interessante Überlegungen innerhalb der Gemeinde, die Kirche ganztägig zu öffnen. (Bisher war St. Laurentius nur stundenweise und nur im Eingangsbereich geöffnet, Anm. die Redaktion) Dafür bräuchten wir allerdings Leute in der Gemeinde, die ein Auge auf die Kirche haben.

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