Das Bergische Land will in die 1. Liga

Das Bergische Land will in die 1. Liga

Uni-Rektor Lambert Koch hat ein Leitbild für das Städtedreieck verfasst. Im Mittelpunkt steht der Mensch, am Horizont der Erfolg.

Der Rektor der Bergischen Universität, Lambert T. Koch, hat für das Städtedreieck Wuppertal, Solingen, Remscheid ein Leitbild verfasst. Dessen Ziel ist es, die Region auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen. Es soll die Basis dafür schaffen, dass die Region der Friedrich Bayers, Konrad Röntgens und Pina Bauschs im Gleichschritt in eine wirtschaftlich und sozial erfolgreiche Zukunft geht. Am Freitag stellte er auf dem Grifflenberg seinen Entwurf vor. Er soll in den nächsten Monaten konkretisiert werden. „Wir müssen gemeinsame Ziele entwickeln“, sagt Koch.

Foto: Fischer/Keusch/dpa

Dem Bergischen Land hat der Uni-Rektor einen neuen Untertitel verpasst. „Unternehmerregion“ soll dabei nicht nur für Wirtschaftskapitäne stehen, sondern auch für Menschen, die in der Region etwas bewirken, in der Kultur sowie im gesellschaftlichen Zusammenleben.

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Koch ist Beirat der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft BSW. Sie ist von den drei Bergischen Städten auch gegründet worden, um Remscheid, Solingen und Wuppertal im Wettbewerb der Regionen Gehör zu verschaffen. Hintergrund ist die Metropolregion Rheinland, in der Köln, Düsseldorf und Bonn den Ton angeben. „Das Bergische Land kommt da in der Wahrnehmung nicht richtig vor“, sagte Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) als amtierender Vorsitzender des BSW-Aufsichtsrates. Den Sinn des Leitbilds umreißt Kurzbach so: „Du musst verliebt sein ins Gelingen.“ Das gemeinsame Handeln soll demnach in erster Linie dem wirtschaftlichen Erfolg dienen.

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Mit den neuen Leitplanken für das Bergische Land wollen Koch, Kurzbach und BSW-Geschäftsführer Stephan Vogelskamp nach innen und außen wirken. Es geht darum, gemeinsame Wurzeln zu benennen, eine Bergische Identität und eine Haltung zu entwickeln, die einem hohen Qualitätsanspruch folgt. Nach außen soll das Leitbild die Visitenkarte für das Bergische Land sein — sympathisch, markant, zukunftsorientiert. „Das ist nichts für die Schublade, sondern etwas, das gelebt werden muss“, sagte Koch. Es sei ein Startpunkt, um über gemeinsame Vorhaben zu sprechen.

In seinem Entwurf beschreibt der Uni-Rektor und Volkswirt Eckpfeiler, an denen sich die Entwicklung des Städtedreiecks orientieren soll. Dabei geht es um den Menschen als wichtigsten Faktor, es geht um Transformation, Zusammenhalt und Identität. Es geht um die Zukunft von Kindern und Jugendlichen, um Studenten und Auszubildende, um Familien und Senioren. Es geht auch um Gäste und Touristen sowie um die ständige Kontrolle des Bildes, das Betrachter außerhalb der Region von der Region haben.

Dabei ist die Qualität des Bergischen Landes laut Vogelskamp auch heute schon besser als viele in der Region glauben. Die Touristenzahlen stiegen seit einigen Jahren, trotz der Großbaustelle und der B-7-Sperrung. Und Koch verwies auf die Innovationskraft. Hier stehe das Bergische Land im bundesweiten Vergleich auf Platz 6 der Regionen. „Nördlich von Stuttgart sind wir am besten. Und nach uns kommen weitere fünf Regionen im Süden, dann erst Aachen/Heinsberg.“

Aber für eine wirtschaftlich gute Zukunft ist das nicht genug. „Wir müssen noch mehr nach draußen gehen, mit dem, was wir haben und können“, sagte Kurzbach. „Wir brauchen Erfolg im Bergischen Land, wir brauchen ökonomischen Erfolg.“

Solingens Oberbürgermeister verschwieg dabei allerdings nicht, dass das Städtedreieck auf fremde Hilfe angewiesen ist. „Wir müssen an die großen Töpfe. Da reden wir dann auch mal von 100 Millionen Euro. Aber daran kommen wir nur, wenn wir uns einig sind.“

“ Offen gesagt S. 18