Wuppertal: Das bedeutet die Kälte für die Tiere im Wuppertaler Zoo

Wuppertal : Das bedeutet die Kälte für die Tiere im Wuppertaler Zoo

Lisa Wiegmann ist Tierärztin im Zoo. Sie erklärt für welche Tiere die Minustemperaturen eine echte Herausforderung und für welche nun Feiertage sind.

Wuppertal. Die Kälte hat Wuppertal seit Tagen im Griff. Da will eigentlich niemand vor die Tür. Sei denn, er müsste. Oder er wäre ein Eisbär, ein Rentier oder ein sibirischer Tiger. Für diese Wuppertaler besteht die Kältephase aus einem Feiertag nach dem anderen. Zoo-Tierärztin Lisa Wiegmann freut sich mit ihnen und hilft mit ihrer Mannschaft den Tieren, denen die Kälte weniger zusagt.

Welchen Tieren geht es jetzt besonders gut?

Lisa Wiegmann: Den Eisbären natürlich, aber auch den Sibirischen Tigern, den Schneeleoparden und den Rentieren.

Warum macht denen die Kälte nichts aus?

Wiegmann: Bei Eisbären und Tigern ist es das Fell. Die Haare von Eisbären beispielsweise sind hohl. Die Rentiere legen sich aneinander und wärmen sich gegenseitig.

Pinguine müssten doch eigentlich auch Feiertage haben.

Wiegmann: Ja, aber die Tiere leben ja sowieso in gekühlten Räumen. Wir würden trotzdem gern mit ihnen hinausgehen. Aber das können wir wegen der Vogelgrippe leider nicht.

Welche Tiere müssen denn bei diesen Temperaturen drin bleiben?

Wiegmann: Bei den Elefanten sind wir vorsichtig. Ihr Gelände hat in Teilen Hanglage. Da besteht die Gefahr, dass sie auf dem gefrorenen Schnee ausrutschen. Wir lassen sie trotzdem ins Freie, da wo das Gehege flach ist. Aber nicht zu lange, weil wir nicht wollen, dass den Tieren die Ohren anfrieren.

Und welche Tiere dürfen gar nicht vor die Tür?

Wiegmann: Einige. Die Minischweine zum Beispiel, und auch die Jungtiere lassen wir drin. Da hängen wir sogar Wärmelampen auf, damit es ihnen nicht zu kalt wird. Und Okapis dürfen auch nicht ins Freigehege. Ihnen schadet es, wenn sie gefrorene Blätter fressen.

Wie bereitet sich der Zoo auf so eine Kältephase vor?

Wiegmann: Das ist für uns jetzt kein besonderes Problem gewesen. Die Temperatur ist ja nach und nach gesunken. Schwieriger wäre das, wenn sie von heute auf morgen so stark gesunken wäre. Aber das kriegen wir dann auch hin.

Die Tagesabläufe sind wie immer?

Wiegmann: Im Grunde ja. Aber wir machen vor allem bei den Jungtieren öfter Kontrollgänge und hängen mehr Thermometer aus, um die Temperatur zu überwachen.

Füttern Sie die Tiere in so einer Phase anders? Gibt es also mehr, damit sich die Tiere eine Fettschicht anfuttern können?

Wiegmann: Nein, wir haben für die Tiere langfristige Futterpläne. Wenn wir etwas ändern, dann eher bei den Tieren, die sich jetzt durch die Kälte weniger bewegen, damit sie sich eben keine Fettschicht anfuttern.

Und unter den Sommertemperaturen leiden dann die, die sich heute freuen?

Wiegmann: Die Tiere haben eine bestimmte Temperaturtoleranz. Die ändert sich auch nicht je nach Umgebung. Die Wärme im Sommer kann Stress bedeuten. Aber dafür haben wir ja Rückzugsräume geschaffen, in denen die Tiere sich wohlfühlen. Das gilt für die Häuser als auch für den Wald im Wildkatzengehege.

Und wie lange halten Sie und die Pfleger diese Temperaturen noch aus?

Wiegmann: Uns gehen langsam die langen Unterhosen aus. Aber im Ernst: Wir halten das für unsere Tiere so lange aus, wie es nötig ist.