Daniel Bahr im Liberalen Club: Galopp durchs Gesundheitssystem

Daniel Bahr im Liberalen Club: Galopp durchs Gesundheitssystem

Gesundheitspolitik im Fokus.

Wuppertal. Evolution statt Revolution? „Das bedeutet mehr Wahlfreiheiten und die Rahmenbedingungen von heute aus zu verbessern — nicht umzustürzen“, sagt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mehr bestimmt denn kämpferisch. Immer wieder dringen Kopfnicken und Applaus durch den Saal des Inter City Hotels.

Es sind Themen wie die Bürgerversicherung oder das Gesundheitssystem im europäischen Vergleich, die unter dem Motto „Chancen liberaler Gesundheitspolitik“ auf dem Prüfstand stehen. Vor dem Publikum wird heftig Politik gemacht — gerade im Wahlkampfjahr. So jüngst beim Liberalen Club der FDP. Mit dabei waren außerdem Josef Beutelmann, Vorstandsvorsitzender der Barmenia Versicherungen, und Allgemeinmediziner Klaus Reinhardt.

Es ist Beutelmann, der im Eiltempo durch das deutsche Gesundheitswesen galoppiert und dabei das duale System zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung stark macht. „Ein einheitliches System würde die Wirtschaftlichkeit unserer Gesundheitsversorgung verschlechtern und Arbeitsplätze gefährden“, mahnt er.

Denn die von der SPD, den Grünen und der Linkspartei favorisierte Idee einer Einheitsversicherung würde die Karten neu mischen. Vor allem was die Umverteilungspläne angeht: „Unternehmen und Ärzte werden durch ein einheitliches Modell überdurchschnittlich belastet und müssten mit hohen Umsatzeinbußen rechnen“, so Beutelmann.

Die Wahlfreiheit zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sei auch für Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr ein Muss, der mit Blick auf die Zukunft und den demografischen Wandel einen Richtungswechsel angibt: „Unser Gesellschaftsbild muss sich ändern. Eigenverantwortung und Solidarität gehören untrennbar zusammen.“

Im Klartext: Selber Vorsorge treffen, bevor Unterstützung in Anspruch genommen wird. Künftig wolle Daniel Bahr für weniger Bürokratie und mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen. Außerdem sprach sich der Politiker gegen den Numerus Clausus beim Medizinstudium aus. Daneben müsse der Spitzenverband der Krankenkassen auf ein notwendiges Maß zurückgeführt und seine Aufgaben reduziert werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung