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Cronenberger Café Born: Viele Regeln und bange Fragen vor dem Neustart

Gastronomie während Corona : Viele Regeln und bange Fragen vor dem Neustart

Ab Dienstag kann das Lokal wieder öffnen. Aufgrund der Vorgaben des Landes können drinnen aber weniger Gäste bedient werden. Miriam Margherita hofft auf mehr Besucher im Außenbereich.

Wochenlang waren die gemütlichen Räume verwaist, die Tür geschlossen: Wie alle Restaurants musste auch das Café Born im Zentrum Cronenbergs während der Corona-Pandemie zumachen. „Am Anfang haben wir das alles unterschätzt“, gibt Miriam Margherita zu, die gemeinsam mit Tomasz Beben als Geschäftsführerin sowohl das Café in Cronenberg als auch ein weiteres in Vohwinkel leitet. Sie freut sich, dass sie ab Dienstag wieder öffnen darf, wenn auch unter Vorsichtsmaßnahmen.

„Die Unklarheit lange Zeit war sehr belastend“, erzählt sie. Niemand wusste, wann Cafés wieder Gäste empfangen dürfen. Deshalb musste das Café Born die Festangestellten auf Kurzarbeit setzen und manche Mitarbeiter entlassen. Ganz bewusst hat sie sich dabei gegen einen Außer-Haus-Verkauf entschieden, der nur geringe Einnahmen bei relativ hohen Ausgaben ermöglicht hätte. „Wir haben alle Kosten, bei denen das möglich war, heruntergefahren – sonst hätten wir das nicht überlebt“, sagt Miriam Margherita. Am Schluss blieb nur noch die Miete, die sie ohne Einnahmen stemmen musste. Der staatliche Zuschuss half bei der Überbrückung der schwierigen Zeit. Froh ist sie auch über die breit aufgestellte Organisationsform der Cafés als GmbH.

Kommen auch die oft älteren Stammgäste wieder?

Am Dienstag dann öffnen die beiden Cafés nach der langen Pause wieder. Allerdings müssen sie weitreichende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern. „Eine Trennung funktioniert bei uns gar nicht, dafür sind unsere Räume zu klein“, erklärt Miriam Margherita. Also muss sie die Tische so stellen, dass jeweils 1,50 Meter Abstand dazwischen eingehalten werden. „Dadurch verlieren wir 30 bis 35 Plätze“, seufzt die Wirtin. „Wieviel Umsatz können wir denn da noch machen?“

Neben den Abstandsregeln macht ihr auch die Frage Sorge, ob die Gäste wiederkommen, wenn sie das jetzt dürfen. Bisher waren unter ihren Stammgästen auch viele ältere Menschen. Viele trafen sich regelmäßig im Café Born. Wer davon sich zur Risikogruppe zählt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall serviert das Team von Café Born bei halbwegs gutem Wetter auch draußen – an der frischen Luft ist das Ansteckungsrisiko noch einmal deutlich geringer als drinnen. „Vielleicht dürfen wir draußen angesichts der Lage mehr Tische aufstellen?“, will sich die Chefin erkundigen. Da viele Wuppertaler derzeit auf geplante Urlaube verzichten müssen, möchte sie auf ihrer Terrasse ein bisschen Urlaubs-Feeling bieten.

Damit in der Küche keine Viren übertragen werden, hat sie nach Vorgaben des Gaststättenverbands Dehoga ein weitreichendes Hygienekonzept erarbeitet. So arbeitet nur noch eine Person in der Küche, ausgestattet mit Mundschutz und Handschuhen. Alle waschen noch häufiger als vorher ihre Hände. Beim Servieren und Bezahlen versucht das Team, so viel Abstand wie möglich einzuhalten. So überlegt Miriam Margherita etwa, Kaffee und Kuchen oder die beliebten Frühstücksplatten mit einem Servierwagen an den Tisch zu bringen – die Gäste können sie sich dann selbst herunternehmen.

Abgesagte Kommunionen und Konfirmationen sowie Beerdigungen mit wenigen Besuchern reißen jedoch auch weiterhin ein Loch in die Kasse. Wann sich wieder der übliche Umsatz einstellt, kann derzeit niemand wissen. Miriam Margherita hofft jetzt, dass viele Cronenberger nach der langen Zeit zu Hause wieder Lust auf selbst gebackenen Kuchen und feine Kaffeespezialitäten von netter Bedienung haben. „Wir sind so froh, dass wir endlich wieder aufmachen dürfen!“