Coroplast: Mit Trommelwirbel und Kuchen ins Jubiläumsjahr

Coroplast: Mit Trommelwirbel und Kuchen ins Jubiläumsjahr

Die Firma wuchs in 90 Jahren zum Weltunternehmen. Der Geburtstag soll mit vielen Aktionen gefeiert werden.

Am Anfang war die Experimentierfreude: Fritz Müller und sein Bruder tränkten Textilschläuche in Lacke, trockneten sie im Ofen der Mutter. Wenig später wurde daraus ein Geschäft: 1928 gründete Fritz Müller, damals 25, seine Firma „Fritz Müller Elektroisoliermaterial“. Daraus ist in 90 Jahren ein Unternehmen geworden, das weltweit 6000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Jubiläum will das Unternehmen mit einer Reihe von Veranstaltungen begehen. Zum Auftakt gab es gestern Trommelwirbel, eine minutenlange Domino-Kettenreaktion — und Marmorkuchen für die Mitarbeiter am Wuppertaler Standort.

Wie aus Trommeln eine Art cooler Tanz werden kann, demonstrierten die jungen Männer von „Fascinating Drums“ aus Lippstadt, die mit ihren Trommelschlägeln nicht nur mitreißende Rhythmen erzeugten, sondern das auch in zackigen Formationen taten.

Sie lenkten dann mit ihren Trommeln die Aufmerksamkeit auf eine Fläche, auf der 32 000 Dominosteine eine Weltkarte mit allen Coroplast- Standorten darstellten. Durch eine Übertragung auf eine Leinwand konnte das Publikum beobachten, wie die Kettenreaktion der umfallenden Steine durch das Bild floss und damit die Entwicklung des Unternehmens nachzeichnete.

Zuvor hatte Natalie Mekelburger, Vorsitzende der Geschäftsführung und Großnichte des Firmengründers, die Geschichte des Unternehmens nachgezeichnet. Von den Anfängen in einem kleinen Geschäft in der Barmer Innenstadt bis zum Global Player.

Darin kamen Krisen vor wie der Börsencrash von 1929, der Tod von Firmengründer Fritz Müller 1945, die Erkrankung seines Nachfolgers Richard Röhm, die Ölkrise in den 70er Jahren oder wie ein Umsatzeinbruch vor einigen Jahren.

Noch häufiger enthält die Geschichte des Unternehmens aber Erfolge wie die ersten Versuche mit PVC in den 30er Jahren, mit denen die Firma nach dem Krieg in Sachen Kunststoff die Nase vorn hatte. „Isolierung ohne Gewebe, das war damals eine Revolution“, so Natalie Mekelburger. Die Kabelkonfektionierung erschloss dem Unternehmen bald eine neue Geschäftssparte, als die Autohersteller diesen Bereich ausgliederten.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs übernahm Coroplast ein Werk in Ostdeutschland, dann eines in Polen. Anschließend schritt die Internationalisierung voran mit Werken in Mexiko, China, Tunesien und den USA. Aktuell ist ein Werk in Moldawien im Aufbau.

Fritz Müller habe sich diese Entwicklung nicht vorstellen können, so Natalie Mekelburger. „Aber wir arbeiten immer noch in seinem Geist: mit Durchhaltevermögen, Unabhängigkeit, schnellen Entscheidungswegen und dem Willen, nicht stehen zu bleiben.“ Der Erfolg sei aber nicht ohne Mitarbeiter möglich, betonte sie und dankte allen Beschäftigten, auch denen, die an anderen Standorten per Internet-Übertragung der Veranstaltung folgen konnten.

Nach dem Auftritt der Trommler und der Dominorallye gab es für alle Marmorkuchen — zwölf Meter standen dafür in der Werkshalle bereit.

Im Laufe des Jahres soll es weitere Veranstaltungen für Mitarbeiter und ihre Familien geben — von Workshops und Betriebsführungen über einem E-Mobility-Tag bis hin zu sportlichen, künstlerischen, musikalischen und kulinarischen Veranstaltungen.

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