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Coronavirus: Sieben Wuppertaler Schüler nach Rom-Reise in Quarantäne

Corona : Sieben Wuppertaler Schüler nach Rom-Reise in Quarantäne

Update: Die Schulklasse des Berufskollegs Haspel ist am Mittwoch aus Rom zurückgekehrt und in Quarantäne. Die Stadt spricht von einem Verdachtsfall. Betroffene dementieren das.

Sieben Schüler und ein Lehrer des Berufskollegs Haspel sind nach einer Klassenfahrt nach Rom in Quarantäne. Das wurde am Donnerstag bekannt. Das sagte Schul- und Sozialdezernent Stefan Kühn am Donnerstagnachmittag. Die Gruppe war seit vergangener Woche auf Klassenfahrt in Rom – während der Fahrt wurde ganz Italien zum Risikogebiet für Corona.

Nach der Rückkehr habe sich herausgestellt, dass einer der Schüler, der aus Remscheid kommt, leichte Beschwerden habe, die auf eine Corona-Infektion hinweisen könnten, so Kühn am Donnerstag. Daher seien alle Beteiligten vorsorglich in Quarantäne und wurden getestet. Kühn hoffe am Freitag auf ein Ergebnis.

Betroffene berichten aber am Freitagmorgen, dass die Gruppe ohne einen einzigen Verdachtsfall nach Hause gekommen sei, und lediglich wegen der Reise ins Risikogebiet in Quarantäne sei. Kühn kündigte an, das zu überprüfen.

Schon während der Fahrt hat die WZ Zuschriften bekommen, wieso Schulen noch nach Italien und anderswo hinfahren. Mittlerweile hat das Schulministerium die Anweisung gegeben, alle ein- und mehrtägigen Fahrten abzusagen. Das betraf aber noch nicht die Fahrt des Berufskollegs. Die hatte zudem begonnen, als Rom noch nicht im Risikobereich lag. Das zeige, wie dynamisch die Lage ist, sagt Stefan Kühn.

Kühn sagt, die neue Einschätzung der italienischen Hauptstadt als Risikozone hätte unter gewissen Umständen ohnehin Folgen für die Rückkehrer gehabt. Wenn Menschen aus einem Risikogebiet kommen und Symptome haben, werde sofort getestet, ob es eine Infektion gebe, und sie würden in Quarantäne geschickt. Ohne Symptome allerdings nicht. Menschen, die mit erkrankten oder möglicherweise erkrankten Menschen Kontakt hatten, würden ebenfalls in Quarantäne geschickt. Wenn es zu Symptomen käme, würde auf Corona getestet.

Kühn sagt, Schul- oder Kitaschließungen seien generell eine Option. Bei den ersten Verdachtsfällen hatte man bereits eine Schule und eine Kita geschlossen. Allgemeine Schulschließungen seien aber Ländersache.

Das Land will die Ausbreitung
des Virus reduzieren

Rüdiger Bein, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, versteht, dass Eltern beunruhigt sind. Aber er denkt auch an die Schüler, die „todtraurig“ seien, wenn eine Klassenfahrt ausfalle. Es sei nachvollziehbar, dass das Land die Ausbreitung des Virus verhindern will. Aber dann verstehe er nicht, warum täglich Schüler mit Bus und Bahn zur Schule fahren dürften. „Wenn das Land konsequent wäre, würde es bis Ostern die Schulen schließen“, sagt Bein.

Fahrten außerhalb von Risikogebieten sollten möglich sein, so Bein. Die Schüler könnten sich ebenso vor der Haustür anstecken. „Warum sollen sie also nicht fahren?“ Klassenfahrten seien prägende Ereignisse und daher wichtig. Aber er plädiert dafür, dass Schulen Sorgen der Eltern ernst nehmen und die Kinder auf Wunsch freistellen sollen.

Viel wichtiger sei aber aus seiner Sicht, dass Schulen besser mit Hygienestandards ausgestattet werden. „Man soll sich regelmäßig die Hände waschen – aber an vielen Schulen fehlen Seife und Papierhandtücher - abgesehen von Desinfektionsmitteln“, kritisiert er.