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Corona Wuppertal: Shoppen, Kontaktregeln und Co. - Das gilt ab Montag

Corona-Notbremse in Kraft : Shoppen, Kontaktregeln und Co. - Das gilt ab Montag in Wuppertal

Auch in Wuppertal greift ab Montag die Corona-Notbremse - mit Ausnahmen. Ein Überblick.

Der Krisenstab der Stadt hat in seiner Sitzung am Freitag, 26. März, beschlossen, die vom Land formulierte Öffnungsklausel zur Abwendung der „Notbremse“ für Kommunen mit Inzidenzwert über 100 zu nutzen und so bestehende Lockerungen zu erhalten. Dazu gehört auch die Möglichkeit, per „Click & Meet“ in Geschäften außerhalb des Lebensmittelhandels einzukaufen. Voraussetzung dafür ist ab Montag, 29. März, ein negativer Schnelltest vom gleichen Tag. Das Land hat der dazu von der Stadt vorgelegten Allgemeinverfügung am Samstag zugestimmt.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig: „Mit dieser Unterstützung können wir es unseren Einzelhändlern ermöglichen, in einem gut abgesicherten Modus Kunden mit negativem Schnelltest weiterhin in ihren Geschäften zu bedienen. Für alle anderen bleibt die Option, vorbestellte Waren in den Geschäften per „Click & Collect“ abzuholen. Der Lebensmittelhandel bleibt von Einschränkungen ausgenommen.“

Mit negativem Schnelltest bleibe damit auch der Besuch der Museen mit Terminreservierung weiterhin möglich, so die Stadt. Im Von der Heydt-Museum gilt das ab Dienstag. Der Zoo dürfe auch ohne Schnelltest, aber nur mit Terminreservierung besucht werden, dort hielten sich die Besucher unter freiem Himmel auf. Auch das Elefantenhaus zähle hier mit seinen großen Öffnungen und der guten Durchlüftung nicht als geschlossenes Gebäude. Für die Stadtbibliotheken bleibe es bei der digitalen Ausleihe und kontaktlosen Abholungen in dafür freigegebenen Filialen.

Anders als der Modellversuch in Tübingen bezieht sich die Öffnungs-Option mit bestätigtem Schnelltest aktuell in NRW nicht auf zusätzliche Lockerungen, etwa für Konzerte oder Sportveranstaltungen, sondern ausschließlich auf den Erhalt des Status quo, also die Lockerungen seit dem 8. März. Die bestehenden Wuppertaler Beschränkungen bleiben in Kraft: Dies ist die Begrenzung der Höchstzahl bei Trauungen auf fünf Personen und bei Beerdigungen auf 25 und die Beschränkung auf eine Besuchsperson je Haushalt, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet werden.

Johannes Slawig nennt das eine „weitere wichtige Phase in der Pandemiebekämpfung: Damit werden Anreize für Schnelltests geschaffen, die ein wichtiger Beitrag sein können, um die Bekämpfung der Pandemie mit vorsichtigen Öffnungen zu verbinden.“ Er schränkt aber ein: Nicht vergessen dürfen wir: die Wuppertaler Inzidenzwerte sind weiterhin sehr hoch und steigen. Die Situation ist weiterhin kritisch. Von Entwarnung kann also keine Rede sein. Zu verantworten ist die neue Testoption nur so lange, wie die Entwicklung der Pandemie es zulässt. Dazu will ich keine zahlenmäßige Grenze nennen.“

Die Schnelltests seien für jeden Bürger einmal in der Woche bei Vorlage eines Ausweises auch mit analoger Anmeldung kostenlos möglich, bei höherer Verfügbarkeit öfter, so die Stadt. Eine Übersicht der Schnelltestzentren gibt es auf www.wuppertal.de sowie über die „bliggit“-App mit direktem Zugang zur Terminreservierung. Wer die Online Applikation „Hygiene-Ranger“ nutzt, muss keine App im App-Store downloaden, gibt seine Daten nur einmalig ein und wickelt sowohl die Besuche im Testzentrum als auch die Befundmitteilung über sein Handy ab.

Am Vorgehen gibt es auch Kritik: Guido Grüning von der SPD nennt die Teststrategie für das Öffnen des Handels bei Twitter „eine unverantwortliche Vorgehensweise.“ Der Rat der Stadt würde nicht einmal mehr informiert. „Die Ratsmitglieder erfahren aus den Medien, welche politischen Beschlüsse der Krisenstab fasst. Unfassbar.“

Bei den Impfungen kündigt Johannes Slawig zusätzliche Lieferungen von Impfstoff an: „Wuppertal erhält in dieser Woche 2574 zusätzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer. Damit kann das Impfzentrum die Menschen ab 80, deren Impfungen noch ausstehen, früher impfen und zusätzliche Termine anbieten. Die Terminvergabe läuft wie bisher über das Reservierungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung unter Tel. 0800 116 117 01. Außerdem können damit weitere Impfungen für vorerkrankte Menschen durchgeführt werden. Die Termine dafür vergibt die Stadt über das ServiceCenter. Schon am Freitag hat es laut Stadt 320 kurzfristige Impftermine für Vorerkrankte gegeben, am Samstag 350 und Sonntag 450.

Ab Montag sollen pflegebedürftige Personen zu Hause geimpft werden. Außerdem sollen in dieser Woche die Vorbereitungen für die Impfung der unter 80-Jährigen beginnen. Diese erhalten ab Dienstag ein Schreiben von Landesgesundheitsminister Laumann mit weiteren Informationen. Geimpft wird ab dem 8. April im Impfzentrum. Die Termine werden über das System der Kassenärztlichen Vereinigung vergeben.

www.kvno.de/

(ecr)