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Corona-Tests: Wuppertal hält Kapazitäten für Sonderanlässe bereit

Corona-Tests : Wuppertal hält Kapazitäten für Sonderanlässe bereit

Gibt es einen Infektions-Fall in einem Altenheim, müssen meist alle Anwohner getestet werden.

Vor gut drei Wochen hatte die Zahl der Corona-Infizierten in Wuppertal mit 382 ihren Höchststand erreicht — jetzt hat sie sich halbiert. Sozialdezernent Stefan Kühn warnt allerdings davor, das Virus damit auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Einhalten der Auflagen sei weiterhin wichtig. „Wenn jeder das tut, ist allen geholfen.“ Die Lockerungen stellten dahingehend die Stadt vor weitere Herausforderungen.

Seit Donnerstag sind zum Beispiel die Spielplätze wieder geöffnet. Die Stadt hat Flyer erstellt, die Eltern, aber auch gerade die Kinder auf die Hygiene- und Sicherheitsauflagen hinweisen. Mitarbeiter des Jugendamtes werden sie auf den Anlagen verteilen oder sie an Spielplatzpaten weitergeben. Zudem hat Musiker Björn Krüger einen Spielplatz-Song komponiert, den es in Kürze zum Download gibt.

Kamen einige Ankündigungen des Landes recht kurzfristig, ist man bei der Stadt froh, dass beim Thema Kita ein Vorlauf bleibt. Aktuell bieten die Einrichtungen nur eine Notbetreuung an. Ab Donnerstag werden Vorschulkinder mit erhöhtem Bedarf und Kinder mit Behinderungen wieder betreut. Ende Mai folgen der Rest der „Vorschulis“, danach schrittweise die jüngeren Kinder. Dass es als Entlastung für die Eltern notwendig ist, die Kitas wieder zu öffnen, verhehlt Oberbürgermeister Andreas Mucke nicht. Sie stießen an ihre Grenzen, „wissen nicht mehr, wie sie die Betreuung organisieren sollen“, wenn der Urlaub aufgebraucht ist, Homeoffice nicht funktioniert. „Ich habe Respekt vor den Eltern“, betont Mucke, deshalb müssten Lösungen gefunden werden.

Dass Wuppertal mit seinem vorsichtigen Vorgehen allerdings richtig handele, sieht der OB durch das Abflachen der Infizierten-Zahlen bestätigt. „Die Maßnahmen haben Erfolg“, ist er überzeugt. Aktuell gebe es, was die Tests angehe, weniger Nachfragen, als es die Kapazitäten hergeben würden, so Kühn. Deshalb seien zusätzliche „anlassbezogene Tests“, wie Kühn sie nennt, kein Problem. Als Beispiel führt er an: In einem Cronenberger Altenheim habe es einen positiven Fall gegeben. Daraufhin seien 200 Tests erfolgt — alle mit negativem Ergebnis. Um auf Nummer sicher zu gehen, würden die Tests nun aber noch einmal wiederholt.

Keine Probleme gibt es in Wuppertal in Schlachtbetrieben. Nach den massenhaften Ansteckungen in Coesfeld sei auch hier in insgesamt fünf Betrieben getestet worden. Diese seien aber eher kleinere Familienunternehmen und gar nicht mit den Dimensionen in Coesfeld vergleichbar, so Stadtdirektor Johannes Slawig. Und anders als in den betroffenen Betrieben würden in Wuppertal auch keine Saison-, sondern feste Arbeiter beschäftigt. est