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Corona: Schließung von zwölf Hallen trifft Wuppertaler Sportler sehr

Sportstätten : Für Schüler und Vereinssportler wird der Platz in den Sporthallen knapp

Der Krisenstab der Stadt Wuppertal hat wegen steigender Corona-Neuinfektionen beschlossen, zwölf Turn- und Sporthallen, die aufgrund ihrer baulichen Ausstattung nicht ausreichend belüftet werden können, nach den Herbstferien vorerst nicht mehr zu öffnen.

Es handelt sich um folgende Hallen: An der Blutfinke 4 (kleine Halle), Sedanstraße 14, Gymnastikraum Eichenstraße, Elfenhang, Hardenberg, Hesselnberg (kleine Halle), Meininger Straße, Opphofer Straße, Parlamentstraße, Platz der Republik, Siegelberg und Yorckstraße.

Dem regelmäßigen Lüften geschlossener Räume, in denen sich viele Menschen aufhalten, wird von Wissenschaftlern große Bedeutung im Kampf gegen die Verbreitung des Virus zugemessen. Zwar handelt es sich bei den zwölf Turnhallen ausschließlich um kleinere und zum Teil auch ältere Sportstätten, dennoch sind allein 27 Schulen – vorwiegend Grundschulen – und zahlreiche Sportvereine betroffen. In einer ohnehin schwierigen Lage müssen daher viele Schulen und Vereinen nach den Ferien Angebote streichen. „Wir suchen derzeit mit den Schulen, Vereinen und dem Stadtsportbund nach Ausweichmöglichkeiten, aber die sind beschränkt“, sagt Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski. Gerade die Hallenzeiten sind in Wuppertal sehr begehrt. Vor jeder Saison wird bei der Zuteilung von Hallenstunden um jede Übungseinheit gerungen. Die Hallen sind durch Schul- und Vereinssport oft vom frühen Morgen bis in die späten Abendstunden ausgelastet.

Die Schließung von weiteren Sporthallen in der Stadt schließt Johannes Slawig, Leiter des Krisenstabs der Stadt Wuppertal, für den kommenden Winter nicht aus. Dort, wo die Hallen ausschließlich über die Umluftanlage beheizt werden, könnte es neben für den Sportlern dann unzumutbaren Bedingungen auch zu Gebäudeschäden kommen, wenn die Frischluft nicht ausreichend erwärmt werden kann.

„Wir werden das ab November sukzessive überprüfen“, sagt Susanne Thiel vom Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal. Insgesamt gelte das für 25 weitere Hallen in der Stadt. Problematisch würde die Lage insbesondere, wenn es ein kalter Winter wird.

Nachbarvereine müssen nach gemeinsamen Lösungen suchen

Geprüft wird derzeit vom Sportamt, ob es möglich ist, in anderen Hallen Nutzungszeiten auszuweiten, beispielsweise noch später in den Abend hinein, wovon der Vereinssport profitiere. Der Vohwinkeler STV (45 Wochenstunden) und die SSG Wuppertal, aber auch der BTV Ronsdorf-Graben und Union gehören hier zu den am stärksten betroffenen Klubs. Auch Kultsport mit der Halle am Platz der Republik und der TV Beyeröhde (Meininger Straße) werden von dem Wegfall ihrer Halle stark beeinträchtigt. Am Siegelberg in Beyenburg, wo der BTB Beyenburg beheimatet ist, kommt erschwerend hinzu, dass es im weiteren Umkreis keine Ausweichmöglichkeit gibt.

Bei den weiterführenden Schulen trifft es das Gymnasium Sedanstraße mit den Hallen Parlamentstraße/Sedanstraße bei 36 Wochenstunden und die Erich-Fried-Gesamt­schule mit der Einfachturnhalle und 43 Wochenstunden besonders hart. Hier steht zwar nebenan noch die Dreifachturnhalle zur Verfügung, doch ist aufgrund der Coronaschutzbestimmungen eine Mehrfachnutzung durch Klassen derzeit verboten.

Volkmar Schwarz, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, sieht große Probleme auf die betroffenen Sportvereine zukommen. „Der Verlust von Hallenzeiten wird den einen oder anderen Verein an seine Grenzen bringen. Die Sportverwaltung verwaltet im Normalfall ohnehin den Mangel, denn die Vereine würden ihren Mitgliedern gerne zusätzliche Angebote machen, was aber aufgrund der beschränkten Hallenkapazitäten nicht möglich ist“, sagt Volkmar Schwarz, der aber überzeugt ist, dass man sich auf die Solidarität der Sportvereine verlassen könne. Benachbarte Vereine würden daher gemeinsam nach Lösungen suchen. Die gute Zusammenarbeit von Sportverwaltung und dem organisierten Sport mache sich in der Krise bezahlt. »S. 19