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Corona-Lage in Wuppertal: So läuft es aktuell mit den Impfungen

Corona-Überblick : So läuft das Impfen in Wuppertal

Hoffnung in der Corona-Krise gibt in Wuppertal die wachsende Zahl der Geimpften. Die Stadt will auch an sozialen Brennpunkten impfen.

Seit zwei Tagen liegt der Inzidenzwert, das ist die Zahl der Neuinfektion innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner, in Wuppertal wieder unter 200. Damit liegt Wuppertal über dem Bundesschnitt, der bei 143 liegt. Mit Blick auf die kommenden Monate spricht Oberbürgermeister Uwe Schneidewind „von einer herausfordernden Phase“, und äußert die Hoffnung, „dass wir im August wieder draußen in Restaurants und Cafés sitzen können“.

Hoffnung gibt die wachsende Zahl der Geimpften in der Stadt. Laut Krisenstabsleiter Johannes Slawig wurden (Stand Mittwoch) bisher 132 000 Impfungen verabreicht. Weit über 100 000 Personen haben eine Erstimpfung erhalten. Mehr als 30 000 Impfungen fanden in Arztpraxen statt. Das Tempo der Impfungen in den Praxen hat deutlich zugenommen.

Die Öffnung der Priorisierungsgruppe 3 für besondere Berufsgruppen hält Slawig für die richtige Entscheidung, obwohl noch nicht alle Personen der Priorisierungsgruppe 2 geimpft worden seien. Das könne zu einer gefühlten Ungerechtigkeit führen. Slawig weist darauf hin, dass die Terminvergabe für die Prio 3 ausschließlich über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein erfolgt. Online ist dies möglich unter www.116117.de, über die zentrale Rufnummer 116117 oder die regionale Nummer 0800 116 117 01. „Bitte nicht die Servicenummer der Stadt anrufen“, sagt Slawig.

In Köln-Chorweiler wurden die Bewohner eines sozialen Brennpunktes außerhalb der festgelegten Impfreihenfolge geimpft. Auch dies könne „gefühlte Ungerechtigkeit“ bei denen auslösen, die noch keine Chance auf eine erste Impfung hatten. Dennoch will sich die Stadt für ein Modellprojekt anmelden, das vom Land angekündigt worden ist.

Stadt will in Wuppertal an
sozialen Brennpunkten impfen

„Werden wir als Modellstadt anerkannt, dann werden wir zusätzlichen Impfstoff erhalten, um damit in Quartiere zu gehen, in denen Menschen in prekären Verhältnissen leben und die wir mit Informationen über die Pandemie nur schwer erreichen“, sagt Slawig. Der Krisenstab habe beschlossen, unabhängig von der Entscheidung des Landes über die Teilnahme Wuppertals am Modellprojekt Impfungen an sozialen Brennpunkten in Wuppertal vorzunehmen. „Voraussetzung ist, dass Impfstoff vorhanden ist und das nicht zu Lasten anderer Priorisierungsgruppen geht“, so Slawig.

Bei der Stadt liegen weitere 40 bis 45 Anfragen für die Genehmigung eines Schnelltestzentrums vor. Laut Slawig gebe es aber inzwischen ein flächendeckendes Netz in Wuppertal. Er rät allen potenziellen Betreibern, auf weitere Anmeldungen zu verzichten. Von zuletzt 5000 vorgenommenen Schnelltests wiesen 0,6 bis 0,7 Prozent einen positiven Befund auf.

In Wuppertal gibt es rund 25 000 komplett Geimpfte und 18 000 Menschen, die als genesen gelten. Dass für diese schnell wachsende Gruppe der Geimpften kein digitaler Impfpass vorliege, sei ein Ärgernis. Das könne aber nicht der Stadt Wuppertal zur Last gelegt werden, sondern den dafür Verantwortlichen in Brüssel und Berlin.