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Corona-Krise: Wuppertaler Malls stehen vor einer großen Herausforderung

Einkaufen : „Wir stehen vor einer Herausforderung“

Die Centermanagerinnen stehen in engem Austausch mit den Mietern.

Es ist eine Herausforderung. Daraus machen Katrin Becker, Center-Managerin der City-Arkaden, und Michaela Spatz-Feddeck, ihr Pendant in der Rathaus-Galerie, keinen Hehl. Die beiden großen Einkaufszentren in Elberfeld sind wie so viele in der Handelsbranche von der Corona-Krise betroffen. Geöffnet haben dürfen nur noch die Läden für den täglichen Bedarf, die Besucherströme werden eingedämmt.

Man sei bei der ECE, dem Betreiber der City-Arkaden „täglich im engen Austausch mit den Mietern“, so Becker. „Viele von ihnen berichten uns trotz der angelaufenen Fördermaßnahmen durch die Politik von akuten oder kurzfristig drohenden Liquiditätsengpässen.“ Daher begrüße man die Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat von letzter Woche, die gezielt den Mietern helfen sollen, die derzeit vor besonders großen Problemen stehen. „Das Gesetz ist allerdings ausdrücklich nur für Unternehmen gedacht, die aufgrund der COVID-19-Pandemie vorübergehend die fälligen Mieten nicht fristgerecht zahlen können“, betont Becker.

Für Aufsehen und viel Kritik sorgte in den letzten Tagen die Ankündigung von Adidas, Deichmann und H&M, ihre  Mieten aufgrund der Corona-Krise nicht mehr zu zahlen. Die Bekleidungskette H&M hat auch eine — aktuell natürlich geschlossene — Filiale in den City-Arkaden. Zu diesem konkreten Fall wollte sich Becker allerdings nicht gegenüber der WZ äußern.

Michaela Spatz-Feddeck ist seit Anfang des Jahres Center-Managerin in der Rathaus-Galerie. Foto: Fischer, Andreas

Hoffen auf die
Soforthilfen des Landes

Das Thema Mieten beschäftigt auch Spatz-Feddeck. „Uns ist bewusst, dass sich Mieter und Vermieter aufgrund der Coronavirus-Krise in einer außergewöhnlichen und sehr herausfordernden Situation befinden.“ Als Betreiberin der Rathaus-Galerie sei auch der Eigentümer — ein Unternehmen aus dem Raum Berlin hatte 2017 das Center gekauft — von der aktuellen Situation maßgeblich betroffen. „Aus diesem Grund prüfen wir gemeinsam, ob und inwieweit die von den staatlichen Stellen in Aussicht gestellten Hilfsprogramme Mieter- und Vermieterseite entlasten können“, so die Center-Managerin. „Insbesondere wenn Mieter aufgrund der aktuellen Lage in finanzielle Schwierigkeiten geraten.“ Man sei optimistisch, „dass wir durch eine enge Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter die aktuelle Herausforderung gemeinsam bewältigen können“.

Abstand: Die Center versuchen, die Auflagen zu erfüllen

Für die Ladenbesitzer sei es eine schwierige Situation, sagt Marco Trienes, bei der städtischen Wirtschaftsförderung für das Thema Einzelhandel zuständig. Es treffe dabei alle: Ob Filialisten oder Einzelhändler. Er sieht in den Sofortprogrammen, die über die Bezirksregierung laufen, deshalb ein wichtiges Hilfsmittel für die Händler. Auch die Wirtschaftsförderung biete dazu Beratung an.

Solange die Corona-Krise andauert, also möglicherweise über den 20. April hinaus, versuchen beide Einkauscenter, die Auflagen der Stadt zu erfüllen. „Unser Sicherheitsdienst wurde in Bezug auf die aktuelle Situation noch einmal separat geschult und kann bedarfsabhängig jederzeit kurzfristig verstärkt werden“, erklärt Spatz-Feddeck dazu.