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Corona-Inzidenzwert über 400: Impf-Möglichkeit für Kinder wird in Wuppertal vorbereitet

Corona-Inzidenzwert über 400 : Impf-Möglichkeit für Kinder wird in Wuppertal vorbereitet

Der Inzidenzwert klettert über die 400er-Marke, die Neuinfektionen an einem Tag haben Höchstwerte erreicht. Corona-Impforte für Kinder werden vorbereitet.

 Ein Inzidenzwert über 400, die höchsten Tageswerte bei den Neuinfektionen und 3839 Menschen sind in Quarantäne. Nachdem Wuppertal über einen längeren Zeitraum deutlich unter dem Landesdurchschnitt lag, musste sich der Krisenstab in dieser Woche erneut mit einer besorgniserregenden dynamischen Entwicklung der Pandemiezahlen auseinandersetzen, teilte die Stadt mit.

Kontaktpersonenverfolgung auf hohem Niveau

„Die hohen Zahlen sind allerdings auch ein Stück weit darauf zurückzuführen, dass unser Gesundheitsamt bei der Kontaktpersonenverfolgung nach wie vor den Anspruch verfolgt, so viele Fälle wie möglich zu detektieren“, betont Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Auf jede Person mit einem positiven Befund kommen fünf bis zehn enge Kontaktpersonen.

Das ist bei über 250 neuen Positivbefunden pro Tag ein unfassbarer Kraftakt von bis zu 2.500 Kontakten, die ermittelt, angesprochen und getestet werden sollen. Bei vermehrten Fällen an einer Schule kann dies auch eine Reihentestung der gesamten Schüler- und Lehrerschaft bedeuten. Dieser hohe Standard sorgt, wenn es auch aufgrund der Belastung nicht mehr in allen Fällen gelingt, doch für viele „Treffer“. Unsere Zahlen sind sehr valide.“

Von Bund und Land wünschen sich Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig weitere Mittel an die Hand, um die Dynamik der Infektionen noch wirkungsvoller und konsequenter einzubremsen und die Impf-Kampagne zu intensivieren. „Wir verfügen über ein gutes Management in einer dramatischen Situation. Wir sind gut aufgestellt und könnten noch mehr impfen“, so Slawig. „Die Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen in diesem Bereich sind fatal und erschweren unsere Kommunikation.“

Slawig erneuerte außerdem seine Forderung nach weiteren Instrumenten der Kontaktreduzierung. „Die Rasanz der Infektionen ist ein Beleg dafür, dass es immer noch zu viele Kontakte gibt.“ In den Einrichtungen der Stadt sowie in den Gremien werde daher konsequent auf unnötige Kontakte verzichtet.

Alleine in der vergangenen Woche gab es in Wuppertal 18.636 Impfungen, davon 5.883 an den Impfstationen der Stadt und 12.753 in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. Davon sind bei der Stadt rund sechzig Prozent Booster-Fälle, aber immerhin auch jeweils fünfzehn bis zwanzig Prozent Erst- und Zweit-Impfungen.

Start der Kinder-Impfungen in Wuppertal

Eine Impf-Möglichkeit für Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren liegt vielen Familien am Herzen. Unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission bereitet sich die Stadt auch auf diese Option vor. In intensiver Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung wurden mögliche Impf-Orte und erste Termine für Kinder-Impf-Aktionen ab Freitag, 17. Dezember, gefunden. An diesem Tag könnten landesweit die Impfungen starten, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Ob, wo, wann und wie viele Termine es geben wird, wird die Stadt zum frühestmöglichen Zeitpunkt, voraussichtlich am Dienstag, 14. Dezember, veröffentlichen.

Wie wichtig eine solche Option für Kinder ist, kann Gesundheitsdezernent Stefan Kühn mit den aktuellen Zahlen belegen: „Die Positivbefunde unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 20 Jahren machen inzwischen vierzig Prozent der Infektionsfälle aus. Wir hatten alleine in der vergangenen Woche 77 Fälle in Schulen mit insgesamt 230 betroffenen Schülerinnen und Schülern. Die Konsequenzen für die Arbeitsbelastung des Gesundheitsamtes sind gewaltig. Wir brauchen erneut kurzfristig personelle Unterstützung, um unsere Standards weiter zu verfolgen.“

28 Prozent der Infektionen entfallen auf Impfdurchbrüche, 72 Prozent auf Ungeimpfte

Auch in den stationären Senioreneinrichtungen seien nach einer Zeit der relativen Entwarnung wieder vermehrt Fälle zu verzeichnen, aktuell 45 Bewohnerinnen und Bewohner und 60 Pflegekräfte, „gottseidank mit überwiegend milden Verläufen, aber auch Krankenhauseinweisungen und Todesfällen“. Insgesamt entfielen 28 Prozent der Infektionen auf Impfdurchbrüche; 72 Prozent träfen Ungeimpfte. Entsprechend stelle sich auch die Situation in den Krankenhäusern dar.

Impfangebot für jüngere Wuppertaler

Unklar ist leider aufgrund des Lieferstopps für den Biontech-Impfstoff noch, wann die Stadt Booster-Angebote für unter 30-Jährige machen kann. Hier will der Krisenstab vor einem umstrittenen Ausweichen auf den Impfstoff Moderna noch vierzehn Tage abwarten, wie es mit den Biontech-Lieferungen weitergeht.

(red)