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Corona-Infizierte: Die Kurve flacht in Wuppertal ab

Vorsichtiger Optimismus : Corona-Infizierte: Die Kurve flacht in Wuppertal ab

In Wuppertal ist ein achter Corona-Patient gestorben, trotzdem stimmen die aktuellen Infizierten-Zahlen die Stadtspitze vorsichtig optimistisch. OB Mucke mahnt jedoch: „Es ist noch ein langer Weg.“

Die aktuellen Zahlen zu Corona-Infektionen stimmen die Stadtspitze vorsichtig optimistisch, sie plädiert trotzdem für weiteres Durchhalten bei der Bekämpfung der Pandemie.

Bei 262 liegt die Zahl der aktuell Infizierten am Montag, 6. April. 9 Uhr. Das ist nach einigen Tagen, in denen die Zahlen fast stagnierten, wieder ein Anstieg – „ein moderate Anstieg“, erläutert Sozialdezernent Stefan Kühn. Täglich kämen 15 bis 25 positiv getestete Personen dazu, auf der anderen Seite würden auch Infizierte wieder gesund - bisher 85.

Die Gruppe der Neuerkrankten beobachteten sie genau: „Unsere Sorge ist, dass jetzt mehr Ältere erkranken“, so Kühn. Zunächst hätten sich viele Skifahrer angesteckt, die jetzt langsam wieder gesund würden. Bei den Älteren bestehe eine höhere Gefahr, dass sie schwer erkranken. Auch der inzwischen achte Todesfall in Wuppertal war ein älterer Patient. „Deshalb sind die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen zwingend notwendig“, mahnte er.

Auch Oberbürgermeister Andreas Mucke sagte: „Es ist noch ein langer Weg.“ Derzeit könne es noch keine Diskussion über das Ende der Maßnahmen geben: „Wir fahren auf Sicht.“ Wichtig sei, dass die Behandlungsplätze in den Krankenhäusern ausreichen. „Und wir brauchen Schutzmaterial und Tests“, erklärte er. Zum Glück habe Wuppertal gute Netzwerke, und dankte auch Firmen für Spenden. Der Bedarf sei sehr groß: „Wir brauchen pro Woche 65 000 FFP2- und FFP3-Masken.“

Kämmerer Johannes Slawig berichtete, dass inzwischen 353 Anträge zur Stundung von Gewerbesteuern sowie zur Kürzung von Vorausszahlungen eingegangen sind – mit einem Volumen von 27 Millionen Euro. 267 Anträge mit einem Volumen von 25 Millionen seien bereits bewilligt. „Das ist erst der Anfang“, sagte er. Dieser Rückgang an Steuern sei auch nicht nur vorübergehend. „Viele Unternehmen werden auch in den nächsten Jahren schlechter verdienen“, prognostizierte er und verglich die Situation mit der Lage nach der Finanzkrise 2008: „Wir haben sieben bis acht Jahre gebraucht, um wieder auf das vorhergehende Niveau zu kommen.“ 

Das Land habe angekündigt, den Kommunen Sonderhaushalte mit mehr Schulden zu ermöglichen. Aber diese Schulden 50 Jahre lang abzuzahlen, das könne er sich „überhaupt nicht vorstellen“. Es sei nicht zu erwarten, dass die Zinsen weiter niedrig bleiben. Daher forderte er nicht die Möglichkeit zur Verschuldung, sondern „frisches Geld“. In diesem Sinne werde die Stadt sich an Land und Bund wenden.