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Corona: In Wuppertals Partnerstädten mangelt es an Intensivbetten

Wuppertals Partnerstädte : Matagalpa: Zu wenig Intensivbetten und Masken

In Wuppertals Partnerstadt South Tyneside können die Menschen ein wenig aufatmen. In Matagalpa dagegen gibt es zu wenige Intensivbetten und Masken.

Kirche oder Park? Kontrovers wird in Wuppertals russischer Partnerstadt Jekaterinburg über den geplanten Wiederaufbau einer vor Jahren zerstörten Kirche diskutiert. Die Kirche der Heiligen Katharina war 1930 gesprengt worden, an ihrer Stelle ist vor Jahrzehnten eine Parkfläche entstanden. Anlässlich des 300. Stadtgeburtstags 2023 sollte die Kirche wieder aufgebaut sein, doch nicht wenige Menschen möchten den lieb gewonnenen „Park der Arbeit“ behalten und sprechen sich gegen den Neubau der Kirche aus, wie Medien berichten. Den Ergebnissen einer Meinungsumfrage folgend, soll offenbar nun ein neuer Standort für die Kirche gesucht werden. Der Streit dürfte jedoch kaum ablenken können von der immer noch drängenden Pandemie-Situation in Russland.

Ein wenig aufatmen können die Menschen in Wuppertals englischer Partnerstadt South Tyneside, denn wie auch anderswo im schwer von der Pandemie betroffenen Großbritannien sinkt die Zahl der coronabedingten Todesfälle, wie die Zeitung The Shields Gazette berichtet: „In South Tyneside wurden keine neuen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.“ Auch seien keine weiteren Fälle im Bezirk registriert worden. Insgesamt liege die Gesamtzahl der bestätigten Covid-Todesfälle in Krankenhäusern in Großbritannien derzeit bei mehr als 40 500.

Gute Nachrichten gibt es von Corona-Patientin Anna Kacka in Wuppertals polnischer Partnerstadt, wie Jörg Eckholdt vom Freunschaftsverein Liegnitz erfuhr. Die engagierte Ehrenamtlerin berichtet: „Nach vier Wochen des Kampfes gegen die Krankheit gelang es mir, dieses schlimme Virus Covid-19 loszuwerden.“ Anna Kacka ist ist die Organisatorin des Vereins ,Öffnet Eure Herzen‘, einem Zusammenschluss von Eltern mit Down Syndrom-Kindern, die vom Freundeskreis seit einigen Jahren unterstützt wird.

Weiter als unbefriedigend wird indes die Situation in Mittelamerika und damit auch in Wuppertals Partnerstadt Matagalpa angesehen. Dort muss sich das Krankenhaus César Amador Molina Medienberichten zufolge um einen Einzugsbereich von über 500 000 Einwohnern kümmern.  Es gebe viel zu wenig Intensivbetten, im Schnitt kämen auf 10 000 Menschen landesweit 1,2 Betten, in Matalgalpa seien es sogar nur 0,6. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt im Schnitt fast 3,5 Intensivbetten auf 10 000 Einwohner. Nicht einmal Ärzte und Pflegekräfte in Nicaragua würden mit geeigneten Schutzmasken ausgestattet und müssten mit selbst mitgebrachten Baumwollmasken auskommen.

Gering sind im Vergleich dazu die Sorgen der Bundesbürger. Allerorten wird hierzulande über die finanzielle Entlastung von Kommunen und deren Altschulden diskutiert. So auch in Wuppertals ostdeutscher Partnerstadt Schwerin, wo Oberbürgermeister Rico Badenschier jetzt das von der Großen Koalition beschlossene Konjunkturpaket, „das die Auswirkungen der Corona-Krise in den Kommunen deutlich abmildert“, begrüßte: „Mit diesem Rettungsschirm federt der Bund sowohl wegfallende Einnahmen als auch steigende Sozialausgaben ab, hilft dem Vereinssport, den Kulturschaffenden und dem öffentlichen Nahverkehr.“

Positiv bewertete der Oberbürgermeister insbesondere die um 25 Prozent erhöhte Übernahme der Kosten der Unterkunft durch den Bund. Das bedeute eine dauerhafte Entlastung der Landeshauptstadt um mindestens fünf Millionen Euro bei den Sozialkosten. Ein Wermutstropfen sei die nicht stattfindende Altschuldenübernahme - auf Schwerin lasten 150 Millionen Euro Kassenkredite.