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Corona erschwert Kontakt zwischen Wuppertal und den Partnerstädten

Partnerstädte : „Wir erleben diesen Tag nur virtuell“

Der Deutsch-Französische Tag wurde im Jahr 2003 am 40. Jahrestag des Elysée-Vertrages vom französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder initiiert. Nun also nur virtuelle Begegnung - eine Herausforderung im Vergleich zu persönlichen Gesprächen von Mensch zu Mensch.

Schwierig ist es in Pandemie-Zeiten, den Kontakt zu den Partnerstädten zu pflegen, das erleben die Aktiven der Wuppertaler Freundschafts- und Partnerschaftsvereine seit Monaten sehr deutlich. Und so war auch in der vergangenen Woche der Deutsch-Französische Tag von Corona-Restriktionen bestimmt, wie Reiner Brinkmann vom Partnerschaftsverein Saint-Etienne berichtet: „Normalerweise finden an diesem Tag in Frankreich und in Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt. Dieses Jahr können wir diesen wichtigen Tag im Verhältnis unserer beiden Länder nur virtuell erleben. Pandemiebedingt gibt es keinerlei Veranstaltungen oder Treffen von Vereinsmitgliedern und zwar in ganz Deutschland und Frankreich nicht. Alle in 2020 geplanten Veranstaltungen sind abgesagt worden.“

Der Deutsch-Französische Tag wurde im Jahr 2003 am 40. Jahrestag des Elysée-Vertrages vom französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder initiiert. Nun also nur virtuelle Begegnung - eine Herausforderung im Vergleich zu persönlichen Gesprächen von Mensch zu Mensch.

Der Austausch sei schwieriger geworden, sagt auch Harald Nowoczin vom Verein Kulturbrücke Engels, der Beziehungen in die gleichnamige russische Stadt an der Wolga pflegt. „Doch wir halten natürlich Kontakt, telefonieren regelmäßig und freuen uns auf gemeinsame Aktionen.“ So sei ein Film über Tanzkultur in Wuppertal und Engels angedacht, der möglicherweise in diesem Jahr realisiert werden könnte. Zudem hofft der Verein, im Oktober eine Delegation aus der befreundeten russischen Kommune in Wuppertal empfangen zu können. „Aber momentan lässt sich das natürlich noch nicht einschätzen“, sagt Nowoczin.

In South Tyneside findet das alljährliche Holocaust-Gedenken am 27. Januar - dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz - ebenfalls nicht im gewohnten Rahmen statt, es gibt eine virtuelle Gedenkfeier, wie die Verwaltung der nordenglischen Stadt mitteilt, „mit inspirierenden Reden und Gedichten von wichtigen Persönlichkeiten der Gemeinde, darunter der Bürgermeister von South Tyneside, Stadtrat Norman Dick, Stadträtin Tracey Dixon, örtliche Abgeordnete und Vertreter von Glaubensgemeinschaften. Die Einwohner sind aufgerufen, die Gedenkfeier, die auf den Facebook- und Twitter-Kanälen des Stadtrats übertragen wird, zu verfolgen und zu Hause um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden. Das diesjährige Thema lautet ,Sei das Licht in der Dunkelheit‘ und so wird auch das Rathaus von South Shields am 27. Januar in violettes Licht getaucht, während der Uhrenturm weiß beleuchtet wird.“

Weniger Gedenken als vielmehr Protest wird unterdessen in Russland zum Ausdruck gebracht bei zahlreichen Demonstrationen für den Oppositionspolitiker Alexander Nawalnyi: Wie in fast 100 russischen Städten versammelten sich am vergangenen Samstag auch im Zentrum Jekaterinburgs bei frostigen Temperaturen tausende Unzufriedene, um gegen die Festnahme des Regierungsgegners zu protestieren. Der frühere Bürgermeister der Stadt, Jewgenij Rojsman, erklärter Anhänger Nawalnyis, wird in der FAZ zitiert: „Eine Macht, die sich stark und legitim fühlt, sollte sich nicht so verschreckt und verstört benehmen.“