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Corona-Demo aufgelöst: 14 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet

Corona-Demo in Wuppertal : Laurentiusplatz wird zur Bühne für die Polarisierung in der Coronakrise

Das zweite Wochenende hintereinander demonstrierten auf dem Laurentiusplatz „Corona-Rebellen“. Dieses mal stand ihnen eine Gegendemo gegenüber. Die Wuppertaler Polizei löste die Veranstaltung schließlich auf.

In ganz Deutschland haben an diesem Wochenende Menschen auf Kundgebungen gegen die Corona-Schutzauflagen demonstriert. In Wuppertal kam es wie schon am vorherigen Wochenende zu einer Kundgebung auf dem Laurentiusplatz. Doch diesmal standen den sogenannten Corona-Rebellen Demonstranten gegenüber, die ein Zeichen setzen wollten gegen Verschwörungstheorien und Rechtsextremismus.

Ein Szenario wie auf dem Laurentiusplatz dürfte in diesen Tagen Seltenheitswert haben. Die Polizei hatte zwei Kundgebungen am Samstag ab 15 Uhr gestattet. Und so fand die Kundgebung „Für die Freiheit - gegen die Impfpflicht und die Coronalüge“ in unmittelbarer Nähe zur Gegendemonstration „für Solidarität und gegen Rassismus, Antisemitismus und Nazis“ statt. Beide Lager standen sich wie auf einem Schachbrett gegenüber.

So jedenfalls in der Theorie, denn von den Gegnern der Corona-Schutzauflagen wurden die mit Kreide markierten Positionen, die einen Sicherheitsabstand von anderthalb Metern garantieren sollten, von Beginn an nicht eingehalten. Die Mitglieder der linken Demo hielten hingegen diszipliniert die markierten Positionen vor dem Portal der Laurentiusbasilika ein.

Polizei greift wegen Missachtung der Schutzauflagen ein

Von der Polizei wurde zu Beginn lediglich überwacht, dass sich beide Gruppen nicht zu nahe kamen und ein neutraler Streifen in der Mitte des Platzes nicht überschritten wurde. So blieb es zunächst bei kleineren Provokationen, bei denen sich ein Mann hervortat, der sich mit einer selbstgebastelten Mütze aus Aluminiumfolie offensichtlich vor schädlichen Strahlungen schützen wollte. „Wirr ist das Volk“, lautete die Botschaft eines Plakates, das ihm entgegengehalten wurde.

Technisch war das linke Lager den Corona-Rebellen überlegen. Über eine Lautsprecheranlage klärten die Rednerinnen und Redner über die Folgen der Corona-Pandemie auf, beschrieben sachlich die Gefahren, die von Verschwörungstheorien, Antisemitismus sowie einer Verharmlosung der Virusgefahr ausgehen. Die Corona-Rebellen mussten sich dagegen mit einem Megaphon behelfen, was den Wirkungskreis ihrer beiden Redner auf die Mit-Demonstranten begrenzte und von ihnen als „Ungerechtigkeit“ empfunden wurde. „Freiheit, Freiheit“, skandierten die Demonstranten, um sich Gehör auf dem Platz zu verschaffen.

Masken wurden von diesem Personenkreis keine getragen. „Nachdem die Polizei den Versammlungsleiter darauf hingewiesen hatte, sah sich dieser nicht in der Lage, die Einhaltung der Hygieneschutzregeln zu garantieren“, beschrieb auf Anfrage der WZ ein Polizeisprecher den Grund, der zur Auflösung dieser Kundgebung führte.

Der Versammlungsleiter, der nach Informationen der WZ aus Bonn stammen soll, begnügte sich nicht damit, die Versammlung als beendet zu erklären, sondern informierte seine Mitstreiter darüber, dass sie den Versammlungsort einzeln zu verlassen hätten. Was er selbst und knapp 30 weitere Demonstranten allerdings nicht konsequent befolgten. „Daher wurden von Mitarbeitern des Ordnungsamtes nach der Auflösung der Veranstaltung 14 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet“, sagt Ordnungsdezernent Matthias Nocke.

Vor einer Pizzeria am Laurentiusplatz hatte sich eine Gruppe mit rund 25 Personen erneut versammelt. Doch bevor die Gruppe zu einem Protestzug durch die Fußgängerzone starten konnte, um gegen Schutzauflagen zu demonstrieren, wurden die Teilnehmer gestoppt, denn wieder standen sie zu dicht beieinander. Die Polizei erteilte Platzverweise und nahm in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt in Höhe der Deutschen Bank die Personalien der Menschen auf, die eindeutig der Versammlung zugeordnet werden konnten.

„Die Gegendemonstration der linken Gruppierungen endete ohne Zwischenfälle“, so der Polizeisprecher. Zu der Gruppe der Gegendemonstranten zählte auch Bernhard Sander, Oberbürgermeister-Kandidat der Partei Die Linke.