Meinung: Contra Bürgerticket: Wer keinen ÖPNV nutzt, zahlt drauf

Meinung: Contra Bürgerticket: Wer keinen ÖPNV nutzt, zahlt drauf

Das Ticket für alle wird an einigen Stellen Ungerechtigkeit bedeuten. Denn nicht alle Ziele sind gut an den Nahverkehr angebunden, meint WZ-Redakteurin Katharina Rüth.

Viele beteiligen sich, Bus- und Bahnfahren wird für alle billiger. Was nach einer überzeugenden Idee klingt, hat Haken. Warum sollen diejenigen, die nie den Nahverkehr nutzen, bis zu 600 Euro im Jahr zahlen?

Zum Beispiel die, die Strecken zurücklegen müssen, auf denen der Nahverkehr nicht funktioniert. Und die, die zwar in Wuppertal wohnen, aber in einer anderen Stadt arbeiten, die nur mit dem Auto erreichbar ist. Wer schon hohe Pendelkosten hat, will nicht auch noch zahlen für etwas, das er nicht nutzt. Es soll Sonderregelungen geben, aber was heißt „nicht gut angebunden“? Darüber wird sich viel streiten lassen.

Warum nicht den Nahverkehr generell über Steuern finanzieren? Dann muss vor Ort nicht über Details gestritten werden.

Pro Bürgerticket: WZ-Redakteur Eike Rüdebusch hält das Ticket für alle für eine gute Idee. Man sollte es auf einen Versuch ankommen lassen, kommentiert er.

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