Club Pavillon schließt nach elf Jahren

Club Pavillon schließt nach elf Jahren

Die neue Gema-Regelung und Uneinigkeit mit der Stadt Wuppertal bedeuten das Aus für den Club.

Wuppertal. Seit elf Jahren wird im Pavillon an der Bundesallee gelacht, getanzt und gefeiert. Doch damit ist bald Schluss; einer der größten Clubs Wuppertals wird schließen. Ende September läuft der Pachtvertrag mit der Stadt Wuppertal aus. Einen weiteren Versuch, sich über eine Verlängerung zu verständigen, wird es wohl nicht geben. Am 29. September steigt die „Final Call“-Party.

Ungewissheit ist der Hauptgrund, den Geschäftsführer Carsten Rumpf für das Aus der Disco nennt. Da ist zum einen die neue Gema-Gebührenordnung für Clubs und Discos, die zum 1. Januar 2013 in Kraft treten soll und deutlich höhere Kosten für den Pavillon bedeuten würde.

Außerdem habe man seitens der Stadt Wuppertal — das Gebäude an der Bundesallee wird vom Gebäudemanagement verwaltet (siehe Kasten) — kein Entgegenkommen gesehen. Im Gegenteil: Die Stadt wollte im Falle einer Verlängerung des Pachtvertrages weitere Aufgaben auf sie abwälzen, so Rumpf.

Als sie vor elf Jahren den Club Pavillon eröffnet haben, war es ein „Spaßprojekt“, erinnert sich Carsten Rumpf, der mittlerweile eine eigene Firma leitet. Vor fünf Jahren hätten die Geschäftsführer deshalb Verantwortung an Angestellte abgegeben. Mit der Entwicklung des Clubs ist er aber nicht unzufrieden: „Wir sind ein Szeneladen, keine Mainstream-Disco.“ Doch auch weil ein Abend mit 200 Besuchern schon ein guter sei, wäre das Risiko zu groß, jetzt einen neuen Vertrag zu unterzeichnen.

Sehr viele Besucher haben hingegen die Partys der Wirtschaftswissenschaftler der Bergischen Uni. Mehr als 1000 Besucher zählt der Pavillon an diesen Abenden — die Ausnahme neben Rock- und Grufti-Partys.

Das Aus für den Club Pavillon könnte auch das Aus für den benachbarten Glaspalast Pavillon bedeuten: Der wurde erst vor einem Jahr von einem neuen Betreiber übernommen, der praktisch Untermieter des Clubs ist. „Ich will hier weitermachen, wenn es irgendwie geht. Wir haben auch schon Veranstaltungen über den September hinaus geplant“, gibt sich der Betreiber des Glaspalastes kämpferisch.

Carsten Rumpf macht hingegen keinen Hehl daraus, dass er das längerfristige Ende für Discos oder Clubs an der Bundesallee sieht: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich bei der derzeitigen Lage ein Investor findet.“

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