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Chippendales grüßen alle Schwebebahn-Fans

Chippendales grüßen alle Schwebebahn-Fans

Wie es sich anfühlt, nach vier Monaten Zwangspause wieder mit der frisch erwachten alten Dame aus Stahl zu fahren.

Wuppertal. "Nur das Beste", versprechen die wohl berühmtesten Men-Stripper der Welt - und laden von der Plakatwand im Schwebebahnhof Kluse aus gewohnt textilarm zur großen Show in Wuppertal ein. Zu sehen ist sie am 12. Dezember 2009 in der Uni-Halle.

Gefangen in der Zeitschleife: Dass die Chippendales immer noch vorweihnachtlich am Wuppertaler Wahrzeichen abhängen, erinnert mehr oder minder sexy an den Dornröschen-Schlaf desselben. Doch genau der ist seit heute vorbei und die Zeit der konservierten Plakat-Stripper in den nun wieder geöffneten Bahnhöfen unweigerlich abgelaufen: Seit 5.12 Uhr rauschen sie wieder über die Wupper - die Züge, die in Wuppertal die Welt bedeuten, und ein paar Stunden später sagt es Oberbürgermeister Peter Jung offiziell in der Wagenhalle Vohwinkel: "Wir alle sind sehr glücklich, dass die Schwebebahn wieder fährt." Spricht’s und steigt gemeinsam mit einer recht fröhlichen Kinderschar und Delegationen der Stadtwerke und der Junior Uni in einen frisch dekorierten Zug: "Wir fördern Wissen", ist darauf zu lesen. "Die Junior Uni macht stark und Spaß."

Mit dem stählernen Werbeträger geht es dann zur Station Adlerbrücke. Nicht an Bord: Ernst-Andreas Ziegler, Geschäftsführer der Junior Uni, und derzeit noch als Opfer der Vulkan-Asche im südfranzösischen Nizza festsitzend. Keine Frage: Mit der Schwebebahn wäre ihm das nicht passiert.

Die meisten Kinder haben dennoch einen Heidenspaß auf dem Weg zur Junior-Uni, während weiter unten folgende Szene zu beobachten ist: Auf dem Weg nach Vohwinkel tritt ein Fahrlehrer beherzt auf die Bremse eines blütenweißen Golfs, weil sein Schüler - er wirft offenbar einen überraschten Blick hoch zur Schwebebahn - soeben im Begriff ist, eine rote Ampel zu überfahren. Ob ihm im Nacken ein Fahrprüfer saß, ist nicht überliefert.

Die Schwebebahn: Auch wenn man meinen könnte, dass sie bereits aus allen Blickwinkeln fotografiert und gefilmt worden ist - an diesem Morgen von Bedeutung werden entlang der Strecke immer wieder Kameras gezückt und in Stellung gebracht, um die "alte Dame" abzulichten. Mal ehrfurchtsvoll vom Wupperufer aus, mal auf Augenhöhe am Bahnsteig - unter den wachsamen Blicken der Chippendales, während nebenan der Elberfelder Lichtermarkt um Aufmerksamkeit wirbt. Mitten im April. Dornröschen ist erwacht, die Anzeigetafeln in den Bahnhöfen noch nicht. Wird nachgeholt, versprechen die WSW. Hauptsache ist, die Schwebebahn fährt.