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Chanukka-Fest: Heute wird das letzte Licht entzündet

Chanukka-Fest: Heute wird das letzte Licht entzündet

Seit dem 21. Dezember ist bereits Chanukka — auch in Wuppertal wird es gefeiert.

Wuppertal. Chanukka — mit diesem Fest wird in der jüdischen Religion an das Chanukka-Wunder erinnert. Auch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Wuppertal haben das Tempelweih- und Lichterfest in den vergangenen Tagen gefeiert. Dabei hat die Gemeinde in diesem Jahr bewusst auf ihren traditionellen Chanukka-Ball im Mendelssohn-Saal in der Historischen Stadthalle verzichtet. Gefeiert wird der Ball während der achttägigen Festzeit nämlich immer am Schabbat-Ausgang — 2011 war der jedoch am 24. Dezember. Da somit das jüdische Fest mit dem christlichen Heiligabend zusammenfiel, verzichtete man kurzerhand auf die eigene Tradition.

„Chanukka ist ein nachbiblisches Fest, das weniger in der Synagoge als mehr in der Familie gefeiert wird“, sagt Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde.

Da aber viele Mitglieder der Gemeinde Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion sind, die ihre Religion häufig in ihrer neuen Heimat erstmals ausleben konnten oder können, wird Chanukka im Bergischen etwas öffentlicher gefeiert.

So wird in der neuen Bergischen Synagoge an der Paul-Humbug-Straße seit dem 20. Dezember jeden Abend, bei Anbruch der Dämmerung, in einem weiteren Fenster der Synagoge ein Licht entzündet — bis alle acht die Straße erleuchten. Und dann wird es gemütlich: Die Geschichte vom Chanukka-Wunder wird erzählt, es gibt Lieder und Gebete. „Aber jeden Abend schaffen wir es nicht, in der Synagoge zu feiern. Auch weil es bereits so früh dunkel wird. Da sind die meisten unserer Gemeindemitglieder noch bei der Arbeit“, sagt Goldberg.

Ein weiterer Brauch ist das Verteilen von Geschenken an die Kinder, weshalb das Fest bei ihnen natürlich zum beliebtesten der jüdischen Feiertage gehört. Das Verteilen von Geschenken hat seinen Ursprung in einem alten Brauch, der jiddisch „Chanukkageld“ genannt wurde. „Auch wir feiern Kinder-Chanukka bei uns in der Gemeinde“, erzählt Leonid Goldberg. Dazu gehöre auch leckeres Essen — vor allem in Öl Gebratenes: Kartoffelpuffer, Lutjes genannt, oder Krapfen, Sufganiyyot genannt.

Noch bis morgen dauert das Chanukka-Fest. Im nächsten Jahr wird es zwischen dem 9. und 16. Dezember gefeiert.