CDU: VRR soll S-Bahn-Angebot für Wuppertal ausweiten

CDU: VRR soll S-Bahn-Angebot für Wuppertal ausweiten

Vorschlag gegen drohendes Dieselfahrverbot: Fraktion sieht so Chancen, dass mehr Menschen das Auto stehen lassen.

Die CDU schlägt vor, dass das S-Bahn-Angebot für Wuppertal ausgeweitet wird und alle Linien alle Wuppertaler Bahnhöfe anfahren — nicht nur die S 8. Ein entsprechender Antrag der Fraktion fand in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses breite Zustimmung. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Zulässigkeit von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge „erfordert dringend Maßnahmen zur Vermeidung dieses Super-Gaus“, begründet die CDU ihren Vorschlag. Die Verbesserung des ÖPNV-Angebotes sei eine mögliche Lösung und „würde zu einer Erhöhung der Akzeptanz des Schienenverkehrs führen“.

Der Argumentation der CDU schlossen sich die anderen Fraktionen an. Der VRR gab sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber der WZ diskussionsbereit. „Eine Ausweitung des S-Bahnverkehrs würde einen Mehrbedarf an Fahrzeugen bedeuten, zudem muss jede einzelne Linie betrachtet werden, ob es betrieblich umsetzbar ist“, so ein Pressesprecher. Aber: „Der VRR würde die Möglichkeit prüfen.“

Aktuell fahren vier S-Bahn-Linien innerhalb Wuppertals. „Lediglich die S 8 hält im Stadtgebiet an allen Bahnhöfen“, so die CDU. Von Westen kommend ende die S 9 am Hauptbahnhof, die S 68 bereits in Vohwinkel. Die S 7 fahre von Osten nur bis zum Hauptbahnhof. Die Verwaltung möge in Gesprächen mit VRR und Deutscher Bahn AG prüfen, „ob eine Verlängerung der Strecken für die Linien S 9, S 68 und S 7 auf das gesamte Stadtgebiet möglich wäre. Darüber hinaus wäre zu prüfen, ob eine Ausweitung des Angebots für die S 68 auf den ganzen Tag möglich wäre.“

Dadurch wäre laut CDU die Erreichbarkeit einer S-Bahn für die innerstädtischen Fahrten im Abstand von fünf Minuten gewährleistet. „Die ÖPNV-Benutzer hätten somit die Gewissheit, immer eine Fahrverbindung zu erhalten, wenn sie zum nächstgelegenen bzw. mit dem Bus erreichten Bahnhof kommen.“ Wünschenswert wäre auch die Einbeziehung des geplanten Regiobahn-Ausbaus von Düsseldorf über Mettmann nach Wuppertal.

Diskussionen gab es im Ausschuss aber um den zweiten Teil der CDU-Vorlage. Nach der Ausweitung des S-Bahn-Angebotes, so die Idee, „könnte in einem zweiten Schritt dann die Buslinienführung angepasst werden, indem die Busse jeweils den nächsten Bahnhof ansteuern.“ Parallelverkehre auf der Talachse würden dadurch minimiert. „Der Umstieg von dieselbetriebenden Bussen auf den elektrischen Schienenverkehr in Ost-West-Richtung könnte die NO2-Belastung gerade auf dieser besonders kritischen Strecke reduzieren und gleichzeitig den Individualverkehr entlasten.“

Harald Pauli (Linke) regte an, diesen Teil aus der Vorlage zu streichen. „Die Busse sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.“ Und Anja Liebert gab zu bedenken, dass die S 7 derzeit gar nicht elektrifiziert sei, sondern mit Diesel betrieben werde. Ein Umstieg vom Bus bringe so gar keine Vorteile.

Skeptisch sind auch die Stadtwerke. „Die Bahnhöfe der S-Bahn liegen so weit auseinander, dass sie WSW die Naherschließung trotzdem übernehmen müssten, dem Ausdünnen des Busverkehrs also Grenzen gesetzt würden. Wir sehen da geringes Potenzial. Dafür würde eine solche Maßnahme sehr teuer, aber das ist nicht unser Geschäft“, heißt es auf WZ- Anfrage.