CDU straft Ellinghaus ab: Spiecker tritt bei Landtagswahl an

CDU straft Ellinghaus ab: Spiecker tritt bei Landtagswahl an

Horst Ellinghaus wird nicht mehr für die Wuppertaler CDU bei der Landtagswahl im Mai 2010 antreten. Der neue Kandidat heißt Rainer Spiecker.

Wuppertal. Abstimmungskrimi bei der CDU: Zwei Kampfabstimmungen waren nötig, bis die Christdemokraten gestern Abend auf einer Mitgliederversammlung in der Gesamtschule Barmen ihre drei Direktkandidaten für die Landtagswahl im Mai aufgestellt hatten.

Für Spannung sorgte vor allem die Nominierung des Kandidaten für den Wahlkreis 31, Wuppertal I, der den östlichen Teil der Stadt umfasst. Landtagsabgeordneter Horst Ellinghaus kämpfte vergeblich darum, noch einmal als Kandidat aufgestellt zu werden. Allerdings benötigte sein Herausforderer Rainer Spiecker zwei Wahlgänge, um den "Amtsinhaber" aus dem Rennen zu drängen. Im ersten Durchgang lagen die Konkurrenten nur zwei Stimmen auseinander.

In der Kampfabstimmung setzte sich Spiecker dann aber souverän mit 61 zu 53 Stimmen durch.Ellinghaus war sichtlich erschüttert über den Vertrauens-entzug. Viele Christdemokraten zeigten sich indes weniger überrascht. Ellinghaus hatte in weiten Teilen der Partei Rückhalt verloren. Wiederholt war ihm glückloses Agieren vorgeworfen worden.

Aber auch der stellvertretende Kreisvorsitzende der Wuppertaler CDU, Peter Brakelmann, der für den Wahlkreis Wuppertal II im Landtag sitzt, fuhr bei seiner erneuten Nominierung alles andere als ein Traumergebnis ein. Er hatte zwar keinen Gegenkandidaten, musste sich aber mit 93 Ja- und 21 Nein-Stimmen zufrieden geben. Auf der Mitgleiderversammlung gestern Abend wurden die vielen Nein-Stimmen als Racheakt der Ellinghaus-Anhänger am Noch-Landtagskollegen Brakelmann gewertet.

Dem Nachwuchs geben die Christdemokraten im Wahlkreis Wuppertal III, der auch den Solinger Stadtteil Gräfrath einschließt, eine Chance. Dort geht der erst 31 Jahre alte Fabian Bleck ins Rennen. Der Fachwirt für Werbung und Kommunikation hatte sich in der Jungen Union profiliert und für den vakanten Wahlkreis angeboten. Aber auch er benötigte erst eine Kampfabstimmung, in der er sich gegen CDU-Ratsurgestein Michael Müller (58) durchsetzte (63 zu 44) Stimmen.

Bereits im ersten Wahlgang war als Dritte im Bunde die Fraktionsvorsitzende der CDU Cronenberg, Claudia Schmidt, gescheitert.Sichtlich zufrieden zeigte sich Parteivorsitzender Jürgen Hardt: "Wir haben einen für die Arbeitnehmer, einen Wirtschaftsfachmann und einen Jungen. Damit sind wir sehr gut aufgestellt."

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