Cannabis in der Küche angebaut: Bewährung

Cannabis in der Küche angebaut: Bewährung

Feuerwehr entdeckte beim Löschen Plantage.

Wuppertal. Ein Feuerwehreinsatz hat einem Cannabisabhängigen Wuppertaler (29) eine neunmonatige Bewährungsstrafe wegen Drogenbesitzes eingebracht: Im Oktober 2012 wurden die Retter zu einem Mehrfamilienhaus am Loh in Barmen gerufen. In der Küche des Mannes stießen sie Retter auf eine Cannabis-Plantage: Zehn Pflanzen, samt Speziallampe, Dünger und Waage bildeten das Gewächshaus — eine erdrückende Beweislage.

Vor dem Amtsgericht gab der Wuppertaler jetzt alles zu. Nachdem er seine Ausbildung als Altenpfleger verloren habe, habe er bis zur Abhängigkeit Cannabis geraucht. Um Geld zu sparen — ein Gramm kostet derzeit auf der Platte etwa zehn Euro — habe er sich im Internet über Plantagen zu Hause „schlau gemacht“. Nach anfänglichen Missernten stellte sich der Erfolg ein.

Angesichts der ansehnlichen Erträge, die die Kripo seinerzeit sicherstellte, hakte die Staatsanwaltschaft im Prozess nach: Ob er nicht versucht habe, mit er Ernte Geld zu verdienen. Doch der bislang nicht vorbestrafte 29-Jährige beteuerte, nur für den Eigenbedarf Cannabis angebaut zu haben. Er sei entschlossen, sein Leben zu ändern. Derzeit arbeitet er als Lagerist und macht eine ambulante Therapie.

So ließ das Gericht Milde walten. Allerdings muss sich der 29-Jährige alle drei Monate einem Drogentest unterziehen, und 600 Euro an den Verein für Bewährungshilfe zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. spa

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