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Café Milias bietet Nudeln als Strohhalme an

Café Milias bietet Nudeln als Strohhalme an

Mit der Maßnahme soll Plastikmüll gespart werden. Einige Kunden waren erstmal skeptisch.

Zentrum. Zugegeben, es ist schon ein ungewöhnlicher Anblick der sich einem am Bestelltresen des Café Milias bietet. Dort wo die Kunden bislang einen Becher mit Plastikstrohhalmen vorfanden, befindet sich seit neuestem zusätzlich ein Becher mit Nudeln — genauer gesagt mit Maccheroni. Die langen Röhrennudeln sind seit gut drei Wochen eine Alternative zu den gängigen Strohhalmen aus Plastik. „Wir machen uns im Café immer Gedanken, wie wir den unnötig hohen Verbrauch von Plastik vermeiden können“, erklärt Geschäftsführer Salvatore Spinosa.

Die Idee zur Nudel entstand zufällig. „Vor einem Jahr haben wir einen Pfandbecher für einen Euro eingeführt, um den Becherverbrauch zu verringern. Der ist aber nicht so gut angekommen. Dann haben wir auf unseren Social-Media-Kanälen nachgefragt, woran das liegen könnte“, erläutert Michael Walmsley, der für das Café den Social-Media-Bereich betreut.

Schnell entwickelte sich eine rege Diskussion mit vielen Kommentaren. „Und die war vollkommen konstruktiv, was bei den sozialen Medien ja nicht immer der Fall ist“, erinnert sich Walmsley. Auch eine ehemalige Stammkundin, die mittlerweile in Hamburg lebt, beteiligte sich an der Diskussion und schickte einen Bericht der BBC über ein Café in Birmingham, das Nudeln als Strohhalme anbietet.

„Die Idee fanden wir so gut, dass wir das auch ausprobieren wollten“, sagt Spinosa. Allerdings musste erst einmal die passende Nudelsorte gefunden werden. „Die ersten Nudeln waren sehr dünn, aber irgendwann haben wir eine Sorte gefunden, mit der das Trinken problemlos funktionierte“, so Spinosa.

Und wie reagierten die Kunden auf das ungewöhnliche Trinkzubehör? „Viele waren zunächst skeptisch, aber es gab auch einige, die es ausprobiert haben“, erzählt Spinosa. Die Rückmeldungen seien dabei durchweg positiv gewesen. „Wir bieten die Nudeln auch erstmal nur bei unseren Kaltgetränken an, weil sie sonst zu schnell weich werden würden“, so der Geschäftsführer weiter.

Ein weiterer Vorteil sei, dass die Teigwaren im Gegensatz zum Plastik kompostierbar sind. „Natürlich kann man uns vorwerfen, dass wir Lebensmittel verschwenden, aber das ist mit Blick auf die Verschmutzung durch Plastikmüll das geringere Übel.“

Dogmatisieren möchte Spinosa das Thema nicht. „Wir wollen unsere Kunden in keinster Weise erziehen, sondern ihnen die Wahl überlassen und sie zum Nachdenken anregen“, betont er.

Einen positiven Effekt habe er schon feststellen können. „Es gab auch einige Kunden, die letztendlich komplett auf einen Strohhalm verzichtet haben, das wäre mir natürlich am liebsten“, sagt der Gastronom.