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Café-Betreiber kämpfen um Außengastronomie im Luisenviertel Wuppertals

Ordnungsamt : Café-Betreiber kämpfen um Außengastronomie im Luisenviertel

Bislang hat die Stadt Stühle draußen untersagt - wegen zwei Parkplätzen.

Nach zwei Monaten Corona-Pause hoffen Michael Mayer und Barbara Opitz darauf, ihren Gastronomiebetrieb „Schimmerlos – Deli & Catering“ inklusive Außengastronomie öffnen zu können. Nur einen Tag hatte das Café an der Friedrich-Ebert-Straße 85 seine Pforten nach einjähriger Umbauphase geöffnet, bevor der „Lockdown“ alle Pläne zunichte machte.

Nun hofft das Betreiberpaar, dessen Antrag für Außengastronomie von der Stadt zunächst telefonisch abgelehnt wurde, diese doch noch erlaubt zu bekommen. „Ein paar hübsche Tische vor der Türe helfen sicherlich, mehr Gäste bewirten zu können. Wir waren unfassbar traurig und entsetzt, als wir die Ablehnung bekamen. Wir müssen ja auch Geld verdienen“, sagt Barbara Opitz.

„Keine Außenplätze zu haben – gerade in diesen Zeiten - bedeutet das Aus für ein Cafe in dieser Größe und Machart“, betont Mayer. Der Laden sei zu groß, reiche tief ins Gebäude, habe aber nur eine kleine Fensterfront, die noch nicht mal zu öffnen sei. Zudem ist der Bürgersteig an dieser Stelle schmal. Etwa sechs Menschen könnte er draußen bewirten.

Die Lösung wäre durch die beiden Parkplätze, die man – zumindest in der Sommersaison für die Außengastronomie freigeben könnte, gegeben. „Ohne diese Parkplätze haben wir keine Chance, die Menschen wollen im Sommer draußen sitzen“, sagt Mayer. Tatsächlich war es bisher kaum möglich, in der Friedrich-Ebert-Straße Außengastronomie so wie in der Luisenstraße zu realisieren, weil sich mehrere Entscheidungsträger - die Stadt und die Bezirksvertretung - dagegen ausgesprochen hatten. Auf Parkplätze sei in dieser Straße schwer zu verzichten, hieß es immer wieder.

„Gerade in dieser Microlage freuen wir uns doch, wenn wieder Belebung durch die Initiative eines Unternehmens reinkommt“, sagt Marco Trienes von der Wirtschaftsförderung, der für die „Schimmerlos“-Betreiber Verständnis zeigt und auch die Lösung parat hat. „Das Parkhaus neben dem Kodi, das kaum ausgelastet ist und mittlerweile durch die nachvollziehbaren Erhöhungen der städtischen Parkplätzen preislich interessanter ist, wäre ja eine sehr gute Alternative. So muss keiner auf Parkplätze verzichten und die Gastronomen können ihr Potenzial mit der Außengastronomie nutzen“, sagt Trienes.

Auch für die Anwohner stelle dies sicherlich kein Problem dar. Sogar Oberbürgermeister Andreas Mucke, der in seiner Freizeit gerne die Lokalitäten des Viertels besucht, hat sich der Sache angenommen. „Es ist eine tolle Idee, dort Leben einzuhauchen. Gerade mit der Nähe zum Deweertschen Garten. Zumindest für die Sommersaison kann man ja die zwei Parkplätze durchaus freigeben“, sagt Mucke dem Paar Unterstützung zu. Offensichtlich ist man sich in der Verwaltung (auch parteiübergreifend) einig, dass man die Gastronomen unterstützen müsse. Daher hoffen alle Beteiligten auf den positiven Entscheid der Bezirksvertretung am 10.Juni.

„In Berlin, Köln, Düsseldorf und anderswo werden ganze Straßen für Gastronomien freigegeben. Da werden in Wuppertal ja zwei Parkplätze möglich sein“, sagt Ingo Stock, ein Besucher im Deweertschen Garten, der sich über das Angebot freuen würde. Darauf hoffen Opitz und Mayer auch und eröffnen am 2. Juni ihr Lokal wieder. „Uns geht das Geld aus. Wir müssen jetzt was tun.“