Busverbindung nach Solingen endet jetzt am frühen Abend

Schlechte Verkehrsanbindung : Busverbindung aus Wuppertal nach Solingen endet jetzt am frühen Abend

Der City Express 64 aus Wuppertal nach Solingen ist keine Alternative für Ausflügler. Jugendräte aus Wuppertal und Solingen fordern deswegen einen Ausbau der Buslinie.

Der äußerste Zipfel Wuppertals an der Grenze zu Solingen ist vor allem im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Auf der Wuppertaler Seite lädt das Strandcafé in der Kohlfurth mit einem großen Biergarten ein. Auch die Bergischen Museumsbahnen ziehen im Sommer große Besucherströme an – sie haben die alte Straßenbahnstrecke nach Wuppertal-Cronenberg reaktiviert. Auf der Solinger Seite der Kohlfurther Brücke befindet sich das Café Hubraum, ein internationaler Treffpunkt der Biker-Szene.

Das Ausflugsziel ist aber mit dem Öffentlichen Nahverkehr nicht gut zu erreichen. Der City Express 64 steuert zum letzten Mal aus Wuppertal kommend gegen 20.30 Uhr die Haltestelle „Kohlfurther Brücke“ an. Nach Solingen durch fährt der CE 64 zum letzten Mal vom Wuppertaler Hauptbahnhof um 19.23 Uhr. Wer aus von der Haltestelle „Kohlfurther Brücke“ in Richtung Hauptbahnhof Wuppertal fahren will, muss montags bis freitags um 20.21 Uhr in den Bus steigen, an Samstagen und Sonntagen bereits eine knappe Stunde früher, um 19.26 Uhr.

„Im Sommer sind hier tausende von Leuten, die die Biergärten und die renaturierte Wupper genießen“, sagt Wolfgang Wandel vom Bürger- und Heimatverein Cronenberg. Der Parkplatz sei immer rammelvoll, weil man abends ein Auto brauche. „Diejenigen, die Bier trinken wollen, müssen ein Taxi oder ein Anruf-Sammel-Taxi bestellen“, sagt Thomas Graap, der sich auch im Bürger- und Heimatverein Cronenberg engagiert.

Eine Ausweitung müsste im Nahverkehrsplan stehen

Das Problem besteht nach Angaben von Graap schon länger. Er hat aber nicht nur die Ausflügler und Anwohner der Kohlfurth im Blick.

„Nach 20 Uhr kommt man aus Solingen nur über Vohwinkel nach Wuppertal“, sagt Thomas Graap. Das sei in Hinblick auf den neuen Gewerbepark „Stöcken 17“ auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände von Bedeutung, findet Wandel. Dann brauche man eine gute Verkehrsanbindung für Mitarbeiter, die aus Wuppertal kommen. Beide sind zwar nicht selbst von der schlechten Busanbindung betroffen, finde es für die Kohlfurther aber ärgerlich und wundern sich, „dass diese so ruhig sind.“

Hoffnung konnten die Kohlfurther nach einem Vortrag von Martin Bickenbach, Geschäftsführer der Wuppertaler Stadtwerke (WSW), im März dieses Jahres schöpfen. Nach Angaben von Graap stellte dieser als Referent bei einer Mitgliederversammlung des Cronenberger Bürger- und Heimatvereins in Aussicht, die Busverbindung des CE 64 auszuweiten.

„Das ist ein Thema, das immer wieder aufkommt“, sagt WSW-Pressesprecher Holger Stephan. Sowohl der Bezirksjugendrat in Solingen als auch in Wuppertal hätten zuletzt diese Forderung gestellt. „Das kostet aber einen Haufen Geld“, sagt Stephan. Die Fahrgastzahlen rechtfertigten den Ausbau der Busverbindung jedoch nicht. Im Endeffekt sei es aber eine politische Forderung, die im Nahverkehrsplan festgelegt werden müsse.

Nach Angaben der Stadt Wuppertal wird sich der Nahverkehrsplan in jedem Fall mit den Bedienungszeiträumen im ÖPNV-Angebot beschäftigen. Es sei wahrscheinlich, dass der CE64 Thema wird, da der Jugendrat fester Bestandteil der Expertenrunde ist, die die Erstellung des Nahverkehrsplans begleitet. Konkrete Planungen oder Entscheidungen zum CE64 seien aber noch nicht getroffen worden, so die Auskunft des Presseamtes. In dieser Phase befinde sich das Projekt noch nicht.

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