Öffentlicher Nahverkehr: Busbahnhof: Fünf Millionen Fahrgäste in 100 Tagen

Öffentlicher Nahverkehr : Busbahnhof: Fünf Millionen Fahrgäste in 100 Tagen

Die Stadtwerke und die Polizei ziehen für die Startphase am Döppersberg eine positive Bilanz.

Rund fünf Millionen Fahrgäste sind auf dem zentralen Busbahnhof am Döppersberg seit der Eröffnung am 25. November vergangenen Jahres ein- und ausgestiegen. Die Bilanz der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) nach den ersten 100 Tagen fällt aber nicht nur deshalb positiv aus. Bisher lief der Betrieb weitestgehend ohne Störungen und vor allem unfallfrei. Das bestätigt die Polizei, die für den belebten Ort keine Häufungen von Zwischenfällen und Delikten registriert hat.

Viel war im Vorfeld über den Standort und die Ausstattung des Busbahnhofes diskutiert worden, der mit 35 Linien verteilt auf fünf Haltestellen den Hauptbahnhof mit gut 50 Fahrzielen in der Stadt und außerhalb Wuppertals verknüpft. 18 Haltepositionen können gleichzeitig angefahren werden, in Spitzenzeiten fahren bis zu 120 Busse pro Stunde dort ab. Der Busbahnhof ist für bis zu 65 000 Fahrgäste pro Tag und bis zu 20 Millionen pro Jahr ausgelegt.

Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, zeigte sich am Donnerstag sehr zufrieden mit der Entwicklung. „Wir haben viel Lob bekommen. Nicht nur die Funktionalität, sondern auch das Erscheinungsbild kommt bei den Leuten gut an. Die meisten Beschwerden haben wir erhalten, weil Kunden eine Uhr vermissen. Daher soll die Zeit jetzt an den dynamischen Info-Tafeln an den Bussteigen angezeigt werden“, kündigte Jaeger an.

Lob habe es auch von den Busfahrern gegeben, denn die An- und Abfahrt der Busse funktioniere gut, obwohl die Kapazität morgens im Berufsverkehr nahezu ausgeschöpft sei. „Wir haben noch etwas Luft nach oben, aber die E-Busse für die Studenten werden wir am zentralen Busbahnhof nicht mehr unterbringen können“, sagt Jaeger.

Die Schaltung der Ampelanlage am Brausenwerth und an der Ein- und Ausfahrt zum Busbahnhof wurde nachjustiert, damit der Verkehr im Fluss bleibt.

Auch die Bilanz der Polizei fällt bisher sehr positiv aus

Die Polizei hatte bisher relativ wenig Arbeit mit dem neuen zentralen Anlaufpunkt am Döppersberg. „In den ersten Wochen haben sich immer wieder einmal Lastwagen und Autos auf den Busbahnhof verirrt, aber das Problem hat sich inzwischen gelegt. An einem solch belebten Ort kann immer mal etwas passieren, aber eine auffällige Häufung von Delikten oder Unfällen auf der Straße Döppersberg verzeichnen wir bisher nicht“, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand.

Geschäftsführer Jaeger ist überzeugt, dass zu dieser positiven Bilanz der Polizei die Konzeption und die Ausstattung des Busbahnhofes beiträgt. „Es gibt hier keine dunklen Ecken und abends ist der Bereich extrem gut beleuchtet und eigentlich immer belebt.“

Ein Kompliment macht Jaeger den Wuppertalern und den Gästen der Stadt, die bisher sehr pfleglich mit dem Busbahnhof umgegangen seien. Den Busbahnhof hat die Stadt mit Kosten von 11,5 Millionen Euro gebaut, 1,2 Millionen haben die Stadtwerke in die Ausstattung des Busbahnhofs mit 13 Anzeigetafeln, 15 Sitzgruppen und
38 Mülleimern gesteckt.

Kurze Weg zu den Bahngleisen zeichnen den neuen Busbahnhof aus. Ein paar Schritte sind es auch nur zum Parkhaus, das die Stadtwerke unter dem Busbahnhof betreiben. Dort stehen 250 Parkplätze zur Verfügung, wobei die Auslastung noch nicht den Vorstellungen der Stadtwerke entspricht. „Aber auch hier setzt ein Gewöhnungseffekt ein“, sagt Ulrich Jaeger.

In den kommenden Monaten sollen zu den 20 Fahrradboxen, die ab April ausgebucht sein werden, weitere 150 Fahrrad-Abstellplätze im Parkhaus hinzukommen. Das hatte der Rat der Stadt beschlossen, nachdem es keine Mehrheit mehr für den Bau eines Radhauses am Döppersberg gegeben hatte.

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